Tierparks Forschung im Leipziger Zoo

Tiergärten rücken auf der Liste Reisender in den Rang von Museen. Der Grund: Prominente Architekten und Landschaftsgärtner bauen Parks, in denen Tiere in Harmonie mit der Natur leben. Der Zoo erfährt seine Renaissance als Paradies für die Spezies.

Wissenschaft erhöht zusätzlich die Attraktion. Nicht nur die technischen Erfolge der Bionik (Lotoseffekt) machen auf die Tierwelt neugierig, auch psychologisch ist hier viel für uns zu entdecken. Die Forschung ist in den Tiergarten eingezogen. Inmitten des Leipziger Zoos unterhält das Max-Planck-Institut eine hektargroße Spiel- und Spaßanlage für Menschenaffen mit dem ausgesprochenen Vorsatz, Forschung transparent zu machen. In für Besucher sichtbaren Tests beweisen unsere nächsten Verwandten, Orang-Utans, Schimpansen und Bonobos, wie schlau sie sind.

Mehr noch: Wesentlicher Teil moderner Zooarbeit ist der Artenschutz. „Kaum einer weiß, wie interessant heute Tierzucht gemanagt wird“, sagt Münsters Zoodirektor Jan Adler. Die Expertisen sind verteilt. Rostock hält das Zuchtbuch für Eisbären (beteiligt sind 66 Zoos), Münster das für Leoparden (mit 45 Zoos), Zürich für den Blauen Baumsteiger, einen Frosch, und so weiter (Info auf www.zoodirektoren.de). Das Vorgehen ist komplex. Arten dürfen nicht aus Versehen gekreuzt werden, und der Genpool muss groß bleiben. Ein reger Tierreiseverkehr von Zoo zu Zoo ist die Folge.

Zum Arterhalt gehören Kenntnisse über die sozialen Strukturen, in denen Tiere leben. Elefanten zum Beispiel bilden in freier Wildbahn matriarchalische Gruppen aus Kühen und Jungtieren. In Hamburg ist es nach jahrelangen Vorarbeiten gelungen, aus einer Reihe von Individuen verschiedenster Herkunft eine zehnköpfige Elefantenherde aufzubauen. Die freie Geburt eines Kalbes im Kreis der Elefantentanten belohnte die Tiergärtner. „Ein Riesenerfolg“, sagt Stephan Hering-Hagenbeck.

Autor:
Elke von Radziewsky
Fotograf:
Kai-Uwe Gundlach