Tierparks Die Frage nach der Gestaltung

Tiergärten rücken auf der Liste Reisender in den Rang von Museen. Der Grund: Prominente Architekten und Landschaftsgärtner bauen Parks, in denen Tiere in Harmonie mit der Natur leben. Der Zoo erfährt seine Renaissance als Paradies für die Spezies.

Naturalismus und Konstruktivismus, die Ansätze stehen sich gegenüber, die Entscheidung ist rein menschlich. Dschungelromantik oder Betonminimal, Puderzucker-Eisberge oder expressionistische Backsteinwelten: Tieren ist alles recht, wenn sie Sonne, Schatten, Ruhe, Trinken, Fressen und Unterhaltung haben. Doch der Mensch braucht auch noch Harmonie. „Nur wenn die Besucher Harmonie spüren, sind sie bereit anzunehmen, dass es den Tieren gut geht“, so Jan Adler in Münster. Er war einer der Ersten, der im Zoo alle Aspekte einer Wohlfühl-Gartenlandschaft installierte, Rasenflächen mit Liegestühlen möblierte, Picknick-Ecken einrichtete und Hängematten anbrachte. Dazu gehört auch das Kaschieren harter Kanten. Damit die Phantasie-Felsen authentisch aussehen, holt sich Bauingenieur Reinhard Seuss gern Anregungen aus der Natur. Es kann also geschehen, dass künftige Besucher des Elefantenparks im Allwetterzoo sich an die Externsteine im nahen Teutoburger Wald erinnert fühlen.

 

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Autor:
Elke von Radziewsky
Fotograf:
Kai-Uwe Gundlach