Ein Garten voller Bäume Der Weg zum Baumgarten

Die Gruppe aus grünen Kegeln
Landschaftspark von Lutz von Falkenhayn

Carpinus betulus monumentalis, eine veredelte Hainbuche, wächst ohne Schnitt in einer zuckerhutähnlichen Form. Die vier am Rand sichtbaren Bäume sind 25 Jahre alt.

Bevor Lutz von Falkenhayn die platte Wiese in seinen Baumgarten verwandeln konnte, hat er den lockeren Sandboden verbessert und für Windschutz gesorgt. Dazu ließ er Lastwagenladungen von Humus herankarren und „im Schulterwurf“, das heißt in weiten, sanften Erhebungen, diagonal zur Mittelachse aufbringen: „Die Modellierung lässt den Garten größer aussehen und gibt den Baumwurzeln Halt.“ Als Bollwerk gegen den Wind errichtete er an der südwestlichen Grundstücksgrenze einen gut 100 Meter langen Korridor aus Buchenhecke. Makellose Blätterwände ohne eine kahle Stelle: „Zweimal im Jahr schneiden ist mit den modernen Scheren keine Heldentat. Einmal nach dem Blattaustrieb und im Oktober, damit sich feine Verästelungen ausbilden können.“ Sein Haus sollte sich möglichst von Anfang an in die Landschaft fügen. Darum rahmte es Lutz von Falkenhayn mit schnell wachsenden Bäumen: auf einer Seite Silber-Ahorn, Acer saccharinum, auf der anderen Birken. „Grässliche Pflanzen, die anderen alles Wasser nehmen.“ Trotzdem hält sich eine Unterpflanzung, allerdings nur, wenn man sie gleichzeitig mit dem Baum setzt.

Auch für andere Stellen wählte er schnell Wachsendes: Ahorne, Zitter- und Silberpappeln. Sie bilden die Vorhut für langsame, kostbare Pflanzen wie den in der Jugend frostempfindlichen Eisenholzbaum, Parrotia, oder den Nymphenbaum, Nyssa sylvatica, mit scharlachrotem Laub. Haben sich die dendrologischen Schätze etabliert, werden die Pioniergehölze nach und nach gefällt. Eine niedrige Hecke aus Hainbuchen teilt das lange Grundstück auf halber Länge. Mit der zentralperspektivisch gepflanzten Allee aus Pyramideneichen bildet sie ein „Architektonisches Kreuz“, das Gerüst der Gartenanlage. Auf ihrer Mittelachse liegt ein 200 Quadratmeter großes Spiegelbecken: „Wasser gehört in jeden Garten, es macht ihn lebendig.“ Noch vor ein paar Jahren befand sich an seiner Stelle ein Senkgarten. Doch die Blumen hat Lutz von Falkenhayn aufgegeben: „Stauden machen viel zu viel Arbeit, und das Unkraut wächst trotzdem durch. Außerdem hatten wir auch Wühlmäuse.“

Krautiges unter Gehölzen – sogar darauf verzichtete er. Statt des üblichen Storchschnabels setzt er Kisseneiben, Taxus ,Repandens‘. Die immergrüne Pflanze wächst kriechend und bildet eine Decke, die kein Unkraut durchlässt. Auch Sternmagnolie, Magnolia stellata, dient als Unterholz; spät blühende, duftende Azalea viscosum ‚Rosata‘ und der Schneeball, Virburnum ,Mariesii‘, der tellerartig wächst, „wenn man ihm immer wieder die Spitze wegnimmt“.

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Autor:
Elke von Radziewsky
Fotograf:
Stephan Göttlicher