Wer wohnt denn da? Homestory & Interview: Alexis Borges
Interior
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Wer wohnt denn da? Homestory & Interview mit Alexis Borges

Mit Blick in die Baumwipfel stehen in diesem Hideaway alle Zeichen auf geistige Erholung, während das pittoreske Ambiente mit einem Hauch rustikalem Charme die Liebe zu selbst kleinen Details offenbart. Eine Begabung, die man doch auch beim Erfinden von guten Geschichten benötigt, oder?
Text Ute Laatz
Datum20.10.2026
Viel Holz trifft auf blaue Akzente. Im Hintergrund ist ein Ausgang oder Abgang zu erkennen, der die These stützt, es handele sich hierbei um ein Baumhaus.

Was ist denn das für eine gemütliche Höhle? Da riecht man ja schon beim Anblick der
Fotos das Kaminfeuer und ahnt, dass gleich jemand mit einer Tasse Punsch ums Eck
kommt. Dieses fantasieanregende Ambiente ist genau nach dem Geschmack der
Autorin Ute Laatz. Es gibt so viel zu entdecken, aber wäre man reell vor Ort, würde die
Aussicht jedem noch so interessanten Objekt oder Bild die Schau stehlen. Für die
Beobachterin sieht das aus wie ein Baumhaus de luxe, ein Stelzenbau irgendwo einsam
an einer Waldlichtung. Am Morgen tritt man auf den Balkon vor dem Wohnbereich und
nimmt erst mal tiefe Atemzüge von der kühlen, klaren Waldluft.

Ein perfektes Refugium für Menschen in stressigen Jobs, um sich in der Abgeschiedenheit neue Energie zu holen, kreative Prozesse zu überdenken oder womöglich gar ein Buch zu schreiben. Ja, vielleicht ist das ja hier die Urzelle eines Krimiautoren oder einer Autorin, oder hier entstehen die Drehbücher für romantische Komödien! Denkbar wären natürlich auch andere Berufsbilder, in denen kreative Auszeiten quasi zum Arbeitsprozess gehören, wie beispielsweise DesignerIn, ModeschöpferIn, MusikerIn oder MalerIn. Und wenn man die Kunst an den Wänden betrachtet, liegt die Idee von MalerIn oder GrafikerIn tatsächlich nahe.

Mit Essplatz und Kaminlounge, durch einen kleinen Höhenunterschied und Balustrade separiert, ist auf kleinem Raum maximal viel Wohnkomfort entstanden.

Ein Juwel von einem (zweiten) Zuhause

Auch wenn das Interieur absolut einladend wirkt, es sieht nicht aus, als würde hier
regelmäßig und viel Besuch empfangen. Ein Esstisch mit Sitzplätzen für allenfalls enge
FreundInnen oder Familie, ein Solo-Frühstücksplatz in der Küche und eine Sofalounge,
in der man vermutlich auch zu maximal fünft gemütlich sitzt. Diese Gegebenheiten
bestätigen den Eindruck, hier ein kleines Hideaway vor sich zu haben. Allerdings ein
exzellentes, das nichts mit einem pragmatisch eingerichteten Wochenendhäuschen zu
tun hat. Die steinerne Kaminwand und die Holzvertäfelungen lassen ohnehin schon eine besondere Immobilie vermuten, die in exponierter Waldlage garantiert Seltenheitswert hat. Hier wurde nicht allein unter dem Funktionalitätsaspekt eingerichtet; das Ambiente ist alles andere als überdekoriert, aber es stehen garantiert auch nicht zufällig die passenden Objekte am richtigen Ort.

Das ist garantiert keine Showküche – obwohl sie natürlich mehr als vorzeigbar ist. 

Rückzug ins Hinterland

Bleibt die Frage nach dem Standort. Die Natursteinwand und besonders auch die
Holzdielenwand im Schlafzimmer erzeugen Assoziationen von Megève und der
Umgebung in den französischen Alpen. Gleichzeitig kommt Kanada in den Sinn. Das
Fazit der Autorin: Ein kreativer Geist oder gleich ein Paar zweier kreativer Seelen hat
sich im Hinterland einer Metropole einen pittoresken Rückzugsort geschaffen, der nah
genug an zu Hause für kurze Auszeiten ist und gleichzeitig voll ausgestattet auch für
längere Aufenthalte geeignet ist. Im tagtäglichen Leben umgeben von viel Trubel,
genießt man hier die Natur und Ruhe.
 

Alexis Borges

Schöngeist mit Erholungsbedarf: Herr über ein Refugium in den Bergen

Nein, es ist doch kein Geschichtenerzähler, der hier wohnt, und auch der Standort ist
anders als vermutet! Denn der Eigentümer dieses luxuriösen Unterschlupfs, das
eineinhalb Autostunden von L.A. im kalifornischen Hinterland liegt, ist der viel
beschäftigte Modelagentur-Inhaber Alexis Borges. Hausbesitzer Alexis Borges weiß die Freiheit und Unbeschwertheit, die ihm sein Refugium in den Bergen bietet, absolut zu schätzen.

A&W: Es ist also Kalifornien! Aber definitiv nicht am Strand. Wo genau befindet sich dein Haus und wie sieht es aus?

Alexis Borges: Mein kleiner Zufluchtsort liegt im San Bernardino County an der Chateau Road. Das ist eine echte Berglandschaft, weit entfernt von der Küste, mit einer Architektur, die eher wie ein in den Bäumen verstecktes Schweizer Bergdorf wirkt. Von Beverly Hills ist man hier nicht nur der Entfernung nach meilenweit entfernt.

A&W: Wie hast du es gefunden und in welchem Zustand war es?

Alexis Borges: Eigentlich war ich auf der Suche nach einem Grundstück, um mein
Traumhaus zu bauen – irgendwo abgeschieden in den Bergen und umgeben von
Bäumen. Stattdessen fand ich es bereits fertig gebaut vor. Dieses Holzhaus im
Nirgendwo stand seit Jahren leer. Es fühlte sich wirklich so an, als hätte es nur auf mich gewartet.

A&W: Musstest du denn noch viele Veränderungen vornehmen?

Alexis Borges: Nicht wirklich. Das Haus war schon bei der ersten Besichtigung nahezu
perfekt, also habe ich mich, anstatt viel zu verändern, auf einige Bereiche konzentriert,
die modernisiert werden mussten. Wie zum Beispiel die Waschküche. Aber das waren
rein funktionale Aspekte. Rein visuell gab es wirklich nur sehr wenig zu verbessern.
Gleich am ersten Tag haben wir eine Wand entfernt, die den Blick auf die Berge
versperrte, wenn man das Haus betrat. Jetzt erlebt man die Naturverbundenheit des
Hauses schon beim Herantreten an die gläserne Haustür. Und dann haben wir noch
einige Schönheitsreparaturen vorgenommen, wie bei den Küchenschränken. Ihre
ursprünglichen gefliesten Arbeitsplatten blieben erhalten, wurden aber mit einer
Epoxidbeschichtung versiegelt und aufgehellt, wodurch der traditionelle kalifornische
Fliesen-Look entstanden ist.

A&W: Fährst du oft dorthin oder ist es eher ein Ferienhaus für gelegentliche Aufenthalte?

Alexis Borges: Ich lebe in Los Angeles und weil es nur etwa hundert Meilen entfernt ist, ist dieser Ort perfekt für Wochenendausflüge. Ich nehme gern meine engsten Freunde mit und ich vermiete es auch an befreundete Künstler und Schriftsteller, damit sie einen Ort haben, an dem sie kreativ sein können. Jeder, der einmal hier war, liebt dieses Haus. Es strahlt eine solche Ruhe und Naturverbundenheit aus.

A&W: Für ein typisches Wochenendhaus ist es auffällig aufwendig eingerichtet.
Sich mit Kunst zu umgeben, liegt dir offenbar sehr am Herzen, oder?

Alexis Borges: Das stimmt. Mein erstes Selbstporträt prägt den zentralen Wohnbereich.
Es ist ein besonders bedeutungsvolles Werk für mich, inspiriert von zwei meiner
Lieblingskünstler, Frida Kahlo und Modigliani. Es mag auf den ersten Blick aufwendig
eingerichtet wirken, aber jedes Stück erfüllt einen bestimmten Zweck. Alles wird genutzt. Nichts ist heilig. So gestylt es auch erscheinen mag, alles hier dient einem praktischen Zweck.

A&W: Was ist die beste Zeit, um dort zu sein?

Alexis Borges: Auch wenn es Südkalifornien ist, sorgt die Höhenlage für echte
Jahreszeiten: sich verfärbendes Laub im Herbst, pulvriger Schnee im Winter und Sommer, die genauso schön sind. Ehrlich gesagt passt es zu jeder Stimmung, in der man gerade ist.

A&W: Welches Stück in deinem Haus liegt dir besonders am Herzen?

Alexis Borges: Das Haus selbst ist das Stück mit dem sentimentalen Wert. Hier habe ich während der Corona-Jahre gelebt. Es gab mir den Raum, kleine Gruppen aus Freunden und Familie sicher und vorschriftskonform einzuladen.