Von Börge Morgensen bis Pierre Paulin Kleinstserien & Solitär

Die Konstruktion war komplex, die Herstellung sehr teuer. Kein Wunder, dass manche Avantgardemöbel nur in Kleinstserie gefertigt wurden. Jetzt werden sie neu herausgebracht und bleiben dennoch meist streng limitiert.

 

Andere Firmen besinnen sich auf Möbel, die vor Jahren in Kleinstserien oder als Solitär Erfolg hatten: Ligne Roset zeigte gleich vier Entwürfe des französischen Altmeisters Pierre Paulin, darunter den Klappsessel „Curule“, den er 1983 im Pariser Musée des Arts Décoratifs vorstellte – ein kompliziertes Modell, das noch heute in ungezählten Arbeitsschritten bis hin zum kleinsten Holzstift per Hand gefertigt wird. Solche Modelle erzählen Design-Geschichte. Das hebt sie aus dem Möbelmeer heraus. „Otto“, wie Industriedesigner Peter Raacke sein Produkt kumpelhaft nennt, war zum Beispiel das weltweit erste Pappmöbel. Raacke entwarf es 1968 als Teil der Kollektion „Sitze für Besitzlose“ für junge, mobile Leute. Und der Schemel „Mocho“ gehört zu der von Classicon reedierten Möbelserie des Brasilianers Sergio Rodrigues, mit der Oscar Niemeyer Ende der 50er-Jahre seine revolutionären Bauten in Brasilia bestückte.         

Seite 2 : Kleinstserien & Solitär
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Autor:
Camilla Péus
Fotograf:
George Nelson, ca.1965, Vitra Design Museum Archiv