Ratgeber Holzfußböden - Gut aufgelegt

Holzböden geben einem Raum Charakter und Wärme, sie passen zu fast jedem Wohnstil – und langlebig sind sie auch noch. Man muss nur die richtige Wahl treffen. Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten Holzarten und Verlegeformen vor.
Parkett Trendtime 4 Living in Landhausdielenoptik

Kennen Sie das auch? Dieses Brummen und Kreischen, das aus Altbauten dringt und in die Zähne zieht? Mit dem Immobilienboom ist das Sanierungsfieber ausgebrochen, und das hört man vor allem am Lärm der Schleifmaschinen. Denn was wäre eine Altbauwohnung ohne Holzboden? Auch in Neubauten ist er längst ein Klassiker, Garant für Wohnlichkeit, Großzügigkeit und Passepartout für Möbel fast jeden Stils. „Mir liegt daran, dass der Mensch sich wohlfühlt, wenn er einen Raum betritt. Der Boden ist das größte Gestaltungselement. Sein Material und seine Farbe beeinflussen uns stark“, erklärt der Mailänder Architekt und Designer Matteo Thun, der bei seinen Projekten bevorzugt mit Holz arbeitet. „Es kann einfach wiederverwertet werden, hat hervorragende statische Eigenschaften, ist flexibel und nachhaltig – beste Voraussetzungen für einen Boden.“ Man muss nur den richtigen auswählen und ihn gut behandeln. Wir sagen Ihnen, wie.

Der Effekt

Holz ist nicht gleich Holz, jeder Boden wirkt anders und sollte mit Architektur und Mobiliar in Wechselwirkung treten. Ein Parkett-Verlegemuster beeinflusst einen Raum dabei stärker als die Maserung des Holzes bei langen Dielen. Stabparkett wirkt durch seine schmalen, relativ kurzen Elemente sehr lebendig, wie beim in unregelmäßigem Verband verlegten Schiffsboden oder den Diagonalen des Fischgrats – zierliche Möbel wirken hier schnell verloren. Klare Linien, die sich womöglich durch mehrere Räume ziehen, schaffen dagegen Weite. Das Traditionsunternehmen Dinesen aus Dänemark etwa bietet Dielen an, die bis zu 45 Zentimeter breit und 15 Meter lang sind. Hierfür wird überwiegend Douglasie verwendet, die härter als Kiefer oder Fichte ist und weniger Astlöcher hat. Matteo Thun stattete kürzlich die kleinen Häuser, die er statt Zimmern für die Pension eines Weinguts an der Mosel entwarf, mit hellen Landhausdielen aus Fichte aus. Sie lassen die kleinen Räume licht und klar wirken. Die Böden stellte das westfälische Unternehmen Parador her, mit dem der gebürtige Südtiroler oft zusammenarbeitet.

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