Ratgeber Verlegung und Oberflächen von Holzböden

Holzböden geben einem Raum Charakter und Wärme, sie passen zu fast jedem Wohnstil – und langlebig sind sie auch noch. Man muss nur die richtige Wahl treffen. Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten Holzarten und Verlegeformen vor.

Die Verlegung

Holzböden lassen sich grundsätzlich auf jedem festen, trockenen und ebenen Untergrund verlegen, und wenn sie nicht stärker als 16 Millimeter sind, sogar auf Fußbodenheizung. Und – um die Begriffe zu klären – „man spricht bei Holzböden immer von Parkett, egal, ob es sich um eine schlichte Diele oder ein aufwendiges Fischgratmuster handelt“, sagt Frank Dietrich, Geschäftsführer des Wuppertaler Familienunternehmens Parkett Dietrich. Die Unterscheidung verläuft vielmehr zwischen Massiv- und Mehrschichtparkett. Letzteres besteht aus zwei oder drei gegensätzlich zueinander verleimten Lagen und ist besonders formstabil. Die erste Schicht ist dabei aus Echtholz und bereits oberflächenbehandelt, was dem Boden auch den Namen Fertigparkett einbrachte. Die weiteren Schichten sind aus einem Nadelholz oder Holzwerkstoff. Ein Dreischichtparkett wird schwimmend verarbeitet, also nicht mit dem Untergrund verklebt, das Zweischicht- wird wie das Massivparkett mit dem Untergrund verklebt, wodurch die Verbindung besonders schubfest ist und der Trittschall reduziert wird. Der Vorteil von mehrschichtigen Böden ist die geringe Einbauhöhe von oft nur 10 Millimetern und die Tatsache, dass auch ein solches Fertigparkett bis zu dreimal abgeschliffen werden kann.

Ein massiver Boden ist auf den ersten Blick von einem Mehrschichtparkett gar nicht so leicht zu unterscheiden, Holzliebhaber schwören aber darauf, dass er ein besonderes Raumgefühl vermittelt – und dass er lebt! Denn trockene Heizungsluft entzieht dem Holz im Winter Feuchtigkeit, wodurch es schrumpft. So können kleine Fugen entstehen, die im Sommer wieder verschwinden.

Die Oberfläche

Das Angebot reicht von der hellen, feinen Oberfläche des mittelharten Ahorns über die rötliche Kirsche, die mit den Jahren nachdunkelt, und die Brauntöne der sehr harten Eiche bis hin zur fast schwarzen Wenge, die wie die meisten Tropenhölzer sehr widerstandsfähig ist. „Aber in der Regel entscheidet sich der Kunde für Eiche. Und wenn nicht für Eiche, dann für Eiche“, sagt Dietrich und lacht. „Dieses Holz ist wandelbar und verändert durch Beizen, Laugen, Räuchern, Bürsten und Handhobeln sein Aussehen wie kein zweites.“

Für welche Holzart Sie sich auch entscheiden, die Oberfläche muss abschließend mit Lack, Öl oder Wachs behandelt werden. Bei einer Versiegelung durch Lack werden die Poren geschlossen, so können Schmutz und Feuchtigkeit nicht eindringen. Doch die klimaregulierenden Eigenschaften des Holzes können sich unter dieser Schicht nicht entfalten, und Kratzer verschwinden nur durch vollständiges Abschleifen. Deshalb verwendet man heute meist eine Öl-Wachs- Kombination, die ins Holz eindringt und es imprägniert. So werden Struktur und Farbe betont, der gute Einfluss auf das Raumklima bleibt bestehen. Kleinere Beschädigungen gehen in der seidigen Oberfläche eher unter oder lassen sich durch partielles Schleifen und Nachölen ausbessern.