Geschichte der Firma Kalmar

Dauerseller
Leuchte Keule

„Keule“ heißt der Entwurf von 1950. Es gibt ihn als Wand- oder Deckenleuchte, einzeln, im Duo oder zu fünft, in Klarglas oder Satin Opal.

Wieder ist Krieg, wieder folgt der Aufbau. Kalmar rüstet die Wiener Oper, die Börse und das Burgtheater aus und entwickelt dem Zeitgeist folgend gut 1000 Leuchten „zu günstigem Preis, hergestellt mit einem Minimum an Material und Arbeit“. Ihre Namen gleichen Spitznamen, lauten: „Dreistelz“, „Giraffe“, „Generaldirektor“, „Hase“ und „Zweig“. Dazu beginnt die Firma in den 60er-Jahren mit Glas zu experimentieren. „Keule“ ist ein Dauerseller aus jener Zeit. 1984 übernimmt Thomas Calice die Firmenleitung. Er wäre gern Philosoph geworden. Das Schicksal spielt anders. Aber, so Calice: „Ich habe es mir zurechtgebogen.“ Tut es, indem er auf das Knowhow von Kalmar setzt, die Serienproduktion kappt und Projektentwicklung zum zentralen Aufgabenfeld macht.

Licht aus Tausendundeiner Nacht
Ritz-Carlton Kalmar Spezialanfertigung

Eine Spezialanfertigung für das Ritz-Carlton in Doha.

Leuchtende Sechs-Meter-Blüten, die sich beim Herabfahren aus der Decke öffnen wie im National Convention Centre in Katar; kleine und große Wasserfälle aus Glitzerstein, Lüster, Ampeln, strahlende, blitzende, funkelnde Leuchten für den Kreml-Palast; für Kreuzfahrtschiffe, Hotels, Luxus-Resorts in China, Russland, den arabischen Emiraten – fünf Generationen Kalmar sind der Sicherheitsausweis für millionenschwere Auftraggeber. Vom Design her, so Thomas Calice, „kann man uns nicht zuordnen, wir entwickeln, was Architekten und Designer zeichnen“. Er selbst wohnt nicht unter Kristallgewittern und Glitzerstürmen, sondern zwischen blumenbunten Vorhang- und Polsterstoffen von Josef Frank, mit dessen Möbeln und einigen barocken, mit einer frühen Ausführung des „Dornstabs“ und des wunderbaren Hängeleuchte-Seglers „Admont“.

Chefs in der 4. und 5. Generation
Thomas Calice und Sohn August

Thomas Calice und Sohn August.

Es sind Schätze für Designverliebte, besonders wenn sie ästhetischen Strömungen quer durch Europa, etwa von Österreich nach Schweden, auf der Spur sind. Kalmar-Leuchten gehören auf dem Antiquitätenmarkt zu den Entdeckungen der letzten Jahre. Auch ein Grund für die Firma, ins Archiv zu schauen. Seit drei Jahren legt sie eine Faksimile-Kollektion auf.

Seite 2 : Geschichte der Firma Kalmar
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Autor:
Elke von Radziewsky