Traumlage gesucht Kaltschaum, Kautschuk & Matratzenlabor

KALTSCHAUM – die Informatikerin

Bei Rückenproblemen rät Dr. Florian Heidinger vom Münchner Ergonomie Institut zu einem Kissen mit variabler Stützhöhe, einem verstellbaren Lattenrost und einer Kaltschaummatratze. „Diese werden in verschiedene Härtegrade und Zonen unterteilt, das macht sie sehr spezifisch.“ Es ist vor allem die auf den Kaltschaumkern angewendete Schnitttechnik, die über Druckentlastung und Luftzirkulation entscheidet.

Bei der „Air Dream 7000“ von Hülsta etwa lassen die Schnitte das Material schwingen, wie man es von einer Federkernmatratze kennt. Der österreichische Hersteller Ada hat schon Oberflächenstrukturen seiner Matratzen mit dem Schlaflabor der Berliner Charité entwickelt und macht den Kaltschaum mancher Modelle durch einen antibakteriell wirkenden Zusatzstoff sehr resistent gegen Hausstaubmilben.

KAUTSCHUK – die Natürliche

Auch die Natur hat eine Lösung parat: Kautschuk ist flexibel, unglaublich haltbar und am Ende kein Sondermüll. Und: Nichts wird in einem Haushalt so belastet wie eine Matratze und kommt der Haut dabei so nah. „Aus orthopädischer Sicht ist das Material sehr attraktiv, denn kaum ein anderes ist so punktelastisch“, meint Rainer Oldiges, der Geschäftsführer der hessischen Matratzenmanufaktur Dormiente. Dass Frauen und Männer unterschiedliche Silhouetten haben, löst hier das „Male-Female“-Konzept: Die Oberflächenspannung wird durch gezielte Schnitte reduziert, die Körperkontur noch individueller abgebildet.

Aus dem Matratzenlabor

Ausgehend von den drei Grundtypen Federkern, Kaltschaum und Naturlatex, bietet die Branche eine Vielzahl von Varianten und Innovationen an. So ist etwa bei den Modellen der Serie „Sensoflex“ des fränkischen Herstellers Rummel in den Kaltschaum eine Lage aus Fiberglasfedern eingebettet, die für Elastizität und gute Lüftung sorgen und die Matratze leichter machen. Das ungarische Unternehmen Vitalwood brachte 2011 Matratzen mit Federkernen aus Holz auf den Markt. Sie sollen Schalleffekte und mögliche Störungen durch elektromagnetische Felder vermindern. Und besonders futuristisch mutet die Zellstruktur der Matratze „Svane Intelligel“ der norwegischen Marke Ekornes an, bei der elastische Gel-Waben den Druck verteilen.

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Melissa Antonius