Platzreserven nutzen Begehbarer Schrank

Eine Wohnung wird nicht größer – aber man kann sie besser organisieren. Mit Schranksystemen und Raumteilern lassen sich ungenutzte Platzreserven nutzen: Wir stellen vier typische Situationen vor. 

BEGEHBARER SCHRANK

Ex-Kinderzimmer wird Ankleide. „Ich weiß genau, wo alles ist“ – sollten Sie je die tiefe Befriedigung spüren wollen, die in diesem Satz steckt, so sind Sie reif für einen begehbaren Kleiderschrank. Er ist die Königsklasse der Stauraumgestaltung, weil man in ihm die ganze Garderobe im Überblick hat. Diese organisieren flexible Regalsysteme, von denen Hersteller wie Interlübke, Ars Nova, Raumplus, Rimadesio und Poliform gleich mehrere Modelle anbieten. Man kann mit ihnen ein ganzes Zimmer ausstatten oder nur eine ehemalige Abstellkammer – oder auch eine Nische im Schlafzimmer, die mit Falt- und Schiebetüren nicht anders abgetrennt wird als die Arbeitsecke vom Wohnraum. Die großen Marken bieten beides an, Regale und Fronten, und weil sie nicht durch einen Schrankkorpus verbunden sind, lassen sie sich frei kombinieren. Sinn machen begehbare Schränke ab einer Grundfläche von vier Quadratmetern, bei größeren Räumen gilt als Faustregel, dass zwischen den Regalen ein Gang von 80 bis 90 Zentimetern Breite bleibt, damit man sich nicht beengt fühlt. Für die Planung gibt es so gut wie keine allgemeinen Regeln, dafür sind Kleiderschränke zu privat und die Bedürfnisse der Nutzer zu verschieden.

Sie sollten also Ihre Garderobe kennen, bevor Sie mit der Planung beginnen, und beim Innenarchitekten und Händler auf Fragen gefasst sein wie diese: Haben Sie lange Kleider und Mäntel? Wie viele Paar Schuhe oder Taschen wollen Sie unterbringen? Sind Sie Jeans- oder Anzugträger? Hängen oder legen Sie Ihre Hemden? So entsteht ein Profil, nach dem dann ausgewählt wird: Kleiderstangen, Schubladen und Krawattenboxen, sogenannte Spiraldrehständer für Hemden und Blusen, die selbst enge Ecken ausnutzen. Angeordnet werden die Elemente so, dass alles zu Ihren Gewohnheiten und Ihrer Körpergröße passt. Bevor Sie mit dem Einräumen Ihrer Kleidung beginnen, sollten Ihnen zwei Dinge klar sein: Sonnenlicht müssen Sie, Staub können Sie nicht wirklich aussperren. Als Schutz vor Ersterem reichen Vorhänge oder ein hoher Spiegel auf einer Schiene, sie verbergen das Fenster und sorgen dafür, dass die Textilien nicht verblassen. Für Beleuchtung im Raum sorgen Lichtröhren oder LEDs, die meist gleich in die Fachböden eingefügt sind. Und der Staub? Gegen den gibt es sogenannte Gummilippen oder auch Dichtungsbürsten, die man unter den Türen befestigt. Doch wann immer Sie den Schrank öffnen, tragen Sie selbst Staub hinein, an den Füßen, an der Kleidung. Das Problem scheint allerdings ein eher deutsches zu sein. In anderen Ländern, heißt es bei den Herstellern, frage niemand nach Dichtungsbürsten. 

Schlagworte:
Autor:
Bettina Schmiegelt
Fotograf:
Johannes Kottjé