Raumkonzepte Bewohner und Athmosphäre

Ziehen, schieben, klappen: Das Apartment des Architekten Gary Chang in Hongkong ist ein Musterbeispiel für mobile Raumnutzung. Es erfüllt alle seine Wohnbedürfnisse mit Perfektion und Eleganz – auf kleinstem Raum.

Gary Chang

Für Gary Chang ist seine Wohnung ein Muster an Raumeffizienz, die er gern Kunden und Interessierten zeigt. Durch die verspiegelte Decke und den Granitboden erscheint sie größer, als sie ist.

Der Bewohner

Meister der Transformation

Gary Chang, der fließend Englisch spricht, gern lächelt und selbst so beweglich wirkt wie sein Interieur, verdiente sich mit seinem multifunktionalen Heim den Beinamen „Meister der Transformation“. Für ihn ist es zugleich ein Prototyp, „und es kommen jede Menge Developer, Studenten und Neugierige zur Besichtigung“. Chang schlägt die Brücke zwischen Architektur und Design. Er studierte an der Universität Hongkong und gründete dort 1994 sein eigenes Büro EDGE. Seine Entwürfe für Stadtplanung und Wohnhäuser, Industriedesign und Interieurs vom Restaurant bis zum Flugzeug, „sollen stets Raumeffizienz mit Benutzerfreundlichkeit vereinen“, sagt er. Besonders bekannt wurden sein „Suitcase House“ bei Peking (s. A&W 1/2003), die Broadway Cinemathek in Hongkong und ein Teeset für Alessi.

Ansicht und Grundriss

Ansicht und Grundriss

Die Athmosphäre

Coole Möbel, warmes Licht

Bei der Ausstattung arbeitete Gary mit allen Tricks, die den Miniraum größer und eleganter erscheinen lassen: Die Einbauten, Holzkonstruktionen mit Stahlverkleidung, sind raumhoch und schaffen ein einheitliches Bild. Die Decke ist verspiegelt, der Granitboden poliert, sodass, suggestiv, mehr Raum zu sehen ist, als da ist. Wichtigster Stimmungsträger aber ist das vertikal gegliederte raumhohe Klappfenster, das Gary neu eingebaut hat – mit golden getöntem Glas: „So ist es bei mir immer sonnig – auch bei wolkigem Wetter.“ Wenn er abends nach 20 Minuten Fußweg vom Büro nach Hause kommt, legt er eine DVD ein, fährt die Leinwand vor dem Fenster herunter und macht es sich auf seinem liebsten Möbel bequem. Es ist per se mobil: eine Hängematte.

Seite 2 : Bewohner und Athmosphäre
Autor:
Heiner Scharfenorth
Fotograf:
Edge Design Institute Ltd.