Wallpromenade am Stadtgraben in Herford Die Idee

Das Grundstück ist winzig, die Bauvorschriften sind streng: Doch der moderne Kubus, den Manfred Haverkamp zwischen alten Villen in Herford errichtete, ist hell und sehr groß. Er baute ihn einfach in den Hang hinein. 

DIE IDEE: Größe durch Hanglage Zusammen mit dem Architekten Walter Hauer aus Gütersloh entwarf Haverkamp einen Kubus, der die Grenzen des Möglichen zur Straße, zum Wasser, zu den Nachbarn, nach oben und unten voll nutzt und sich doch mit seinen Proportionen in das Straßenbild einfügt. Entscheidend dabei ist: Das Haus wurde in den Hang gebaut. Schon das Erdgeschoss liegt einen Meter unter Straßenniveau, darunter befindet sich noch ein Souterrain. In diesen beiden Geschossen wird gewohnt, in Obergeschoss und Staffelgeschoss gearbeitet. Und während das Gebäude sich zur Straße hin – mit Ausnahme der Glasfront des Staffelgeschosses – verschlossen gibt, öffnet es sich auf der Rückseite ganz. Jede Etage hat raumhohe Fensterfronten, jedes Zimmer hat drei Meter hohe Decken – mit Ausnahme des Souterrains, dort sind es 2,60 Meter.

Der Raum unter dem Eingangsbereich ist allerdings auch hier drei Meter hoch. Er dient als Durchgang und Bibliothek zugleich. „Diesen Raum betritt man als Erstes, wenn man vom Erdgeschoss über die Treppe ins Souterrain geht. Er liegt durch die Hanglage gewissermaßen lichtlos im Erdreich“, erklärt der Bauherr. „Durch die großzügige Höhe hat man trotzdem nicht das Gefühl, in einen Keller zu kommen.“ Möglich ist das, weil das Vestibül angehoben wurde und höher liegt als das übrige Erdgeschoss. Dorthin gelangt man über drei breite, podestgroße Stufen, sie führen hinab in den Wohnbereich. Das Haus hat insgesamt 406 Quadratmeter – und offiziell zwei Geschosse. „Aber eigentlich sind es vier“, sagt Manfred Haverkamp.

Autor:
Volker Corsten
Fotograf:
Christian Schulz