Wallpromenade am Stadtgraben in Herford Licht & Materialien

Das Grundstück ist winzig, die Bauvorschriften sind streng: Doch der moderne Kubus, den Manfred Haverkamp zwischen alten Villen in Herford errichtete, ist hell und sehr groß. Er baute ihn einfach in den Hang hinein. 

DAS LICHT: Es bestimmt die Raumaufteilung Die Lichtsituation war eine weitere Herausforderung, denn zur Südseite wurde an das Nachbarhaus angebaut. So gibt es bis auf ein raumhohes, breites Fenster in der Küche und eine verglaste Ecke im Staffelgeschoss keine Fenster zur Sonnenseite. Und selbst wenn die verglasten Fronten in Erdgeschoss und Souterrain viel Licht hereinlassen, erscheint die Entscheidung doch ungewöhnlich, ausgerechnet in diesen beiden Etagen zu wohnen und in den oberen zu arbeiten. Sie ist aber vor allem praktisch. Die Eigentümer verbringen die längste Zeit des Tages im Büro, auch die Mitarbeiter brauchen für ihre Arbeit viel Tageslicht. „Dafür haben meine Frau und ich uns den kleinen Luxus gegönnt, das lichtdurchflutete Staffelgeschoss für unsere Büros zu nutzen“, erklärt der Bauherr, „inklusive Dachterrasse.“     

DIE MATERIALIEN: Wenige, aber edle Die Ausstattung soll insgesamt für den größtmöglichen Eindruck von Klarheit und Ruhe sorgen. So beschränkte sich Manfred Haverkamp auf wenige Materialien: Eiche, zum Teil geweißt, Edelstahl in der Küche, die Wände verputzt und weiß oder grau gestrichen. Die Böden sind fugenlos mit einem Belag auf Zementbasis ausgegossen, da, wo Holz verlegt wurde, sind die Dielen extrabreit, und im Bad liegen extragroße Fliesen aus türkischem Kalkstein. Alle Türen und Schränke sind Maßanfertigungen und erstrecken sich vom Boden bis zur Decke, drei Meter. In den Flur zum Schlafzimmer, der gerade mal 1,90 Meter breit ist, wurde ein acht Meter langer Kleiderschrank eingebaut. Die 1,20 Meter Breite, die als Durchgang bleiben, reichen exakt, um das Gefühl von einem Schlauch zu verhindern.

Autor:
Volker Corsten
Fotograf:
Christian Schulz