Wallpromenade am Stadtgraben in Herford Die Kunst

Das Grundstück ist winzig, die Bauvorschriften sind streng: Doch der moderne Kubus, den Manfred Haverkamp zwischen alten Villen in Herford errichtete, ist hell und sehr groß. Er baute ihn einfach in den Hang hinein. 

DIE KUNST: Gesammelt wird nach dem Lustprinzip Im ganzen Haus hängt Kunst. Im Eingang erwartet den Besucher links die Arbeit „Commitee 2000“, Joseph Beuys’ Countdown bis zum 1. 1.2000 aus dem Jahr 1980, rechts ein weißes Papierbild von Leo Erb, den Haverkamp 1977 auf der Documenta für sich entdeckt hat. Dass Manfred Haverkamp und Irmy Wilms zeitgenössische Kunst lieben, belegt schon ihre erste Begegnung: Sie lernten sich am vorletzten Tag der vorletzten Documenta in Kassel kennen. Sie engagiert sich im Freundeskreis des Museums Marta Herford, der Sammler aber ist vor allem er. Gleich sein erstes Gehalt als Innenarchitekt bei Interlübke steckte er 1978 in ein Bild des Münchner Künstlers Michael Schreiber.

Haverkamp, der auch einmal mit einer Freundin eine Galerie betrieb („GalerieLoftGütersloh“) sammelt nicht strategisch, es hat für ihn viel mit Reisen, Entdeckungen machen und Freundschaften zu Künstlern zu tun. Auch bei der Kunst fordert das kompakte Haus seinen Tribut: Viele Wände, hinter denen sich nicht auch Einbauten verbergen, gibt es nicht. Und wenn alle Wände voll hängen, sagt Haverkamp, wird er verrückt. Deshalb befinden sich viele seiner Schätze, gut verpackt, im Materialarchiv im Souterrain. 


Autor:
Volker Corsten
Fotograf:
Christian Schulz