Raumkonzepte Die Gesamtanlage

Der Stall eines alten Gehöfts am Niederrhein sollte Wohnhaus werden: von außen möglichst unauffällig, von innen umso radikaler. Susann Schürmann gelang beides: mit heimischen Materialien und einem Einschnitt ins Gebäude.

Offen, aber mit Rückzugsräumen

In der ehemaligen Scheune des Gehöftes, gleich nebenan, wohnen die Eltern des Bauherren, im alten Haupthaus sein Bruder mit Familie sowie eine Großtante. Der Bauherr selbst ist auf dem Hof aufgewachsen, hat in der Stadt ein Unternehmen aufgebaut und ist nun mit seiner Familie zurückgekehrt. Man lebt gern miteinander, doch Privatheit muss auch sein, selbst wenn man in den Garten oder auf die Terrasse geht. Also richtete die Architektin das Haus zum Tal hin aus, abgewandt von den anderen und doch mit ihnen über den Hof, Wege und Windfang verbunden. Immergrüne Hecken schaffen um die Terrassen, die zu jedem Haus gehören, Rückzugsräume. Das Gegenteil von Rückzug ist im Haus auch angelegt: Das Bett im Elternschlafzimmer ist drei Meter breit, damit alle drei Kinder mit hineinkönnen.

Autor:
Christian Tröster
Fotograf:
Marc Seelen