Zauberer schmucker Kunst Schmuck, den Kunstfreunde begehren

Zauberer schmucker Kunst: Otto Jakob gilt international als einer der ungewöhnlichsten und besten Schmuckkünstler. Seine magischen Stücke sollen nicht nur gefallen, sondern wollen begehrt werden.

„Du hoffst dann, dass du eines Tages diese Virtuosität, die du aus den Hochkulturen kennst, erreichst“, hat Otto Jakob einmal erklärt. Heute fügt er hinzu: „Das sind meine Steilwände, die hohen Maßstäbe. Mit meinem Schmuck möchte ich etwas gegen das Verschwinden des Wissens setzen.“ Deshalb geht „der Gulliver der Goldschmiedekunst“, wie er genannt wurde, als Forscher und „Schönheitsempfinder“ ans Werk, durchleuchtet Achate, sucht alte Edelsteine, benutzt antike Schliffe, um gegen das ausbeuterische neongrelle Diamantenfunkeln anzuarbeiten, wälzt Botanik-Folianten, nimmt Schneckenfühler unters Mikroskop und ist schärfster Kritiker seiner Arbeit, die inzwischen bis zu zehn Mitarbeiter in seinem Atelier mit ihm umsetzen.

„Schwerelosigkeit erreichen, indem man durch ein Nadelöhr geht“, nennt er das intensive, kraftraubende und wegen der vielen Säuren und Metallspäne auch ungesunde Prozedere. Und wenn er dann etwas kreiert, so schön wie „Owen“, die Blütenohrringe „Lilies“ oder ganz aktuell einen Kreuzanhänger aus natürlich gewachsenen Bergkristallen mit großem Turmalin und drei braunen, von weißgoldenen Nacktschnecken gefassten Diamanten, versteht man, wenn er sagt: „Ich mache nur etwas, was mich erhitzt.“ Schmuck, den Kunstfreunde begehren.

Autor:
Barbara Kraus
Fotograf:
Beatrice Frehn, Hans Hansen, Johanna Jakob, Otto Jakob, Tamara Imbriani, Volker Kirschner