Werner Aisslinger Suche nach dem passenden Haus

Werner Aisslinger ist bekannt für reduzierte Möbelkreationen und den „Loftcube“, eine mobile Wohnbox. Sein Bauernhaus an der Adria in Süditalien erklärte er jedoch zur (fast) designfreien Zone. Hier zählen nur der Ausblick auf den Olivenhain, die Sommertage auf den drei Terrassen – und selbstgemachte Pasta.

 

Der Wunsch nach einem Sommerhaus in Italien entstand, als die Familie 2009 durch ein selbst verordnetes Sabbatical über ein Jahr lang bei Florenz in einer alten Fattoria lebte. Da ihnen die Toskana damals schon überteuert vorkam, erweiterten sie ihre Suche auf Apulien. „Hier ist es exotischer, man wird schneller aus seinem Alltag gerissen“, sagt Aisslinger, „in der Toskana hingegen hast du nicht das Gefühl, dass du weit aus Mitteleuropa herausgekommen bist.“ Nicola Bramigk, die auch für ihre Reiseführer regelmäßig ganze Landstriche nach den besten Adressen durchsucht, durchforstete das Internet nach Immobilien und besichtigte dann rund 45 Häuser. Nebenbei entdeckte sie „Vendesi“-Schilder an vielen der herrschaftlichen Masserien, den Landsitzen am Ende prächtiger Alleen, oder vor den Trulli, den für Apulien typischen Rundbauten aus dem 17. Jahrhundert mit Zipfelmützendächern aus mörtellos geschichteten Feldsteinen – alles war „zu verkaufen“. „Doch häufig sind die Erb- und Besitzverhältnisse so verworren, dass man lieber die Finger davon lässt“, sagt Werner Aisslinger. „So wie bei den fünf Brüdern, denen das Nachbargrundstück gehört. Drei wollen ihr Land veräußern, sind aber mit zweien zerstritten, und keiner kann den anderen auszahlen.“

 

Autor:
Camilla Péus
Fotograf:
Patricia Parinejad