Art déco Studio Grabowsky

Luiz Fernando Grabowsky wollte eigentlich zum Ballett. Doch dann studierte er Architektur – und begann, Porzellantänzer des Art déco zu sammeln. Heute prägt der Stil dieser Epoche sein ganzes Apartment in Rio de Janeiro.

Hauptberuflich führt Fernando Grabowsky sein Büro für Architektur und Innenarchitektur, er richtet Hotels, Bars, Restaurants und Privatwohnungen in ganz Brasilien ein. Einzelne Möbel, Leuchten und Wohnaccessoires werden auch bei „Studio Grabowsky“ angeboten, dem Laden für Interieurdesign, an dem auch Pedro beteiligt ist – und den es ohne ihre Leidenschaft für Art déco wohl gar nicht gäbe. „Ein Freund hatte sehr schöne Stücke in diesem Stil“, erinnert sich der Architekt. „Er wollte sie zu Geld machen und bat uns, das für ihn zu übernehmen. Als Sammler kannten wir uns ja aus mit Qualität und Preisen. Also mieteten wir einen Laden, der Verkauf lief gut und machte so viel Spaß, dass Pedro seinen alten Job aufgab.“ Er war zuvor Flugbegleiter bei der brasilianischen Linie Varig gewesen. Mit 35 besuchte er noch einmal eine Schule für Interieurdesign in Rio, um die nötigen Kenntnisse für das neue Geschäft zu erwerben.

Das war vor nun 16 Jahren. Heute steht „Studio Grabowsky“ vor allem für klassisch-moderne Möbel und Leuchten, meist von Herstellern aus Brasilien, aber auch einigen italienischen Marken – zurückhaltendes Design in edlen Materialien, kombiniert mit knallbunten Kissen, Plaids oder Bilderrahmen aus der eigenen Accessoire-Kollektion und Fundstücken von Interieur- und Antiquitätenmessen. Auch gibt es ein großes Angebot an alten Murano-Glas-Objekten, die sie in Miami kauften, bis die Preise unbezahlbar wurden. „Heute tragen wir sie aus ganz Lateinamerika zusammen.“

Der wichtigste Geschäftstermin im Jahr ist die Interieurdesign-Messe „Casacor“, die meist in einer herrschaftlichen Villa in Rio stattfindet. Dort stellen sich Designer mit einem komplett eingerichteten Raum vor. Um aber Fernando Grabowskys und Fernando Guimarães’ Vorstellungen von einem idealen Ambiente kennenzulernen, muss man keine Messe und auch nicht ihren Laden besuchen, sondern am besten sie selbst. Denn obwohl fast alles in ihren Räumen aus einer Ära stammt, ist die Wohnung kein für die Zeit typisches Gesamtkunstwerk; eher ein lässiger Eklektizismus – und gerade deshalb zeitgemäß.

Autor:
Volker Corsten
Fotograf:
Patricia Parinejad