Architekt und Designer Michele De Lucchi baut eine Scheune zum Ferienhaus um Kunst ins Leben bringen

Im schweizerischen Engadin baute der italienische Architekt und Designer Michele De Lucchi eine Scheune zum Ferienhaus aus. Als Box in der Box schob er eine moderne Holzarchitektur in die alte Hülle. Ein besonderes Schmuckstück ist die Giebelseite. Verschieden große Fenster fügen sich in ihr zu einer Collage. 

Auf einen repräsentablen Eingang haben Architekt und Bauherren verzichtet. Zwei schmale, beiläufige Türen sind alles. Wer eintritt, ist sogleich mittendrin. Mit fünf Schritten gelangt er an die Tafel für zehn Personen. Auf kostbarem Leinen wird dort ein einfaches Mahl serviert. Sein Ziel, sagt Michele De Lucchi, sei es, Kunst ins Leben zu bringen, nicht in die Architektur, nicht ins Design, sondern ins Leben. Was ihm dazu ein- und auffällt, zeichnet er. Er hat immer eines der handflächen großen schwarzen Notizbücher in der Jackentasche. Auf ihm ist die Jahreszahl notiert. Wenn es voll ist, stellt er es in ein Bord zu den vorhergehenden. So schnell, wie er zeichnet, schneidet er mit der Kettensäge Häuser aus groben Holzblöcken. Auch in Zuoz stehen drei Cassette. Über zweihundert hat er inzwischen gefertigt. Nie gleicht eines dem anderen. Jedes Haus sagt er, ist eine Geschichte.

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Autor:
Elke von Radziewsky
Fotograf:
Santi Caleca