Avantgarde im Feriendomizil Avantgarde im Feriendomizil

Selbst im Skiurlaub in Aspen will ein Sammler aus Miami nicht auf seine Schätze verzichten. Das Haus, das ihm der New Yorker Interiordesigner Frank de Biasi einrichtete, offenbart hinter seiner rustikalen Tarnung ein Ambiente aus provokanter Avantgarde-Kunst und exquisitem Mobiliar – für Natur und Tiefschnee bleibt da nur eine Nebenrolle.

Der New Yorker Innenarchitekt Frank de Biasi inszenierte die Räume für einen passionierten Sammler von Gegenwartskunst, Mäzen, Buchautor und Kunstkolumnisten, der aus einer der reichsten Familien der USA stammt und deshalb anonym bleiben will. Er erwarb den 1400 Quadratmeter großen Komplex 2008, ließ es zwei Jahre lang renovieren und neu gestalten, um regelmäßig mit seiner Frau und den vier Kindern aus Miami zum Skifahren herzukommen. Frank de Biasi wollte ihm auch in Aspen eine sommerliche Palette bieten. Der Gestalter besitzt selbst ein farbenfrohes Haus in Florida, und sogar hier in Colorado triumphiert seine heitere Polychromie über das allgegenwärtige Weiß des Schnees, das häufige Grau des Himmels und die frühe Dunkelheit.

Nur im Schlafzimmer kokettiert er im Dienst der Nachtruhe mit kalten, stillen Tönen: Die Wände sind im Blau eines Gletschersees gestrichen, über dem Bett geht ein frostiger Glasregen nieder, eine Wandinstallation der amerikanischen Künstlerin Teresita Fernández. Und auch die Eiszapfen eines italienischen Kristalllüsters aus den 50er-Jahren senken die Temperaturen so weit gen null, dass man sich unter die Zobeldecke auf dem Bett verkriechen möchte.

Autor:
Claudia Steinberg
Fotograf:
John Ellis/Living Inside