Farbenfrohe Wohnwelt Interview mit Nina Calcagnini

Wer wohnt denn da? Ein Serienmörder? Ein Set-Designer? Ein Architekt aus Disneyland? Diese Pracht hat sich auf jeden Fall ein kühnes, verspieltes und in seiner Schrägheit konsequentes Hirn ausgedacht. Da ist sich unsere Kolumnistin sicher. So falsch lag sie noch nie. 

A&W: Okay, Sie sind also nicht Tim Burton… (Lacht) Nicht ganz, aber ich betrachte es als großes Kompliment, für ihn gehalten zu werden. Ich habe dieses Jahr die große Tim-Burton-Ausstellung im MoMA gesehen und war absolut hingerissen. Im Gegensatz zu meinen Freunden…

Die ja ohnehin einiges von Ihnen gewohnt sein müssen. Stimmt. Ich hatte schon immer Spaß an wilden Farben und schrägen Möbeln. Als wir vor elf Jahren hier einzogen, waren die Wände allerdings noch weiß. Und dann ging es mit dem knallroten Flur los.

Was hat es mit den vielen Handschuhen auf sich? Meine Mutter hatte mir ein paar antike Handschuhe geschenkt, als ich auf dem College war. Es wurden immer mehr, das älteste Paar stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Es ist übrigens gar nicht so leicht, alte Handschuhe zu finden. Meist verliert man ja einen und wirft den zweiten dann weg. Ein Paar, das über Jahrhunderte zusammengeblieben ist, das ist schon eine Seltenheit. Eines Nachts kam mir die Idee, sie als eine Art Fries zu benutzen. Ich mag gar nicht sagen, womit ich sie ausstopfe: mit Plastiktüten! Damit bekommt man so schöne Effekte wie die abgespreizten kleinen Finger hin.

Das bringt uns nahtlos zu einer anderen Handarbeit, der Tramp-Art, die Sie sammeln. Die liebe ich. Das sind so wunderbar persönliche, originelle Stücke. Und übrigens noch nicht sehr überteuert, man kriegt was Gutes für ein paar tausend Dollar. In den Rahmen habe ich Fotos meiner Kinder.

Wie finden die denn die Wohnung? Das muss doch ein Paradies für sie sein. Die mögen es. Ich finde es wichtig, dass Kinder in einer interessanten Umgebung aufwachsen – Erwachsene übrigens auch (lacht wieder). Meine Kinder haben Spaß daran, mit mir auf Märkte zu gehen. Die entdecken Dinge, die mir entgangen wären.

Erfahren Sie hier mehr über die Kolumnistin Meike Winnemuth

 

 

Autor:
Meike Winnemuth
Fotograf:
Karin Kohlberg