Farbenfrohe Wohnwelt Interview Teil 2

Wer wohnt denn da? Ein Serienmörder? Ein Set-Designer? Ein Architekt aus Disneyland? Diese Pracht hat sich auf jeden Fall ein kühnes, verspieltes und in seiner Schrägheit konsequentes Hirn ausgedacht. Da ist sich unsere Kolumnistin sicher. So falsch lag sie noch nie. 

Eine weitere Ihrer Leidenschaften: Twig-Furniture. Das erste Stück, das ich gekauft habe, stammt von dem tollen Antikmarkt an der Sixth Avenue, den es leider nicht mehr gibt. Aber unser Ehebett habe ich von einem Tischler aus den Adirondacks bauen lassen. Der kam mit seinem Transporter an und lud Stämme und Äste aus, um dann in unserem Schlafzimmer das Bett zu bauen. Die Nachbarn konnten es nicht fassen. Ich liebe es bis heute, abends nach einem Spaziergang nach Hause zu kommen und von außen das Bett zu sehen. Es ist, als ob ein Wald in der Wohnung wächst. Und die Spuren der Holzwürmer, wunderschön!

Darf Ihr Mann eigentlich mitreden bei der Einrichtung? Nein (lacht). Ich habe wahnsinniges Glück, er lässt mir völlig freie Hand.

Aber er hat sich zumindest bei der Couch mit den College- und Baseball- Aufnähern verwirklichen können. Oh nein, das war auch ich. Die Couch hatte Brandlöcher, wir hatten sie blöderweise während der Umbauarbeiten in der Wohnung stehen lassen und ein durchgeschmortes Kabel ist dann draufgefallen. Ich liebte den Steppbezug und wollte ihn retten, also fing ich an, alte Collegejacken-Buchstaben auf die beschädigten Stellen zu nähen. Und dann konnte ich nicht mehr aufhören damit.

Ich finde erstaunlich, dass sich all diese Dinge so gut vertragen. Ich glaube, dass es beim Einrichten eine ganz einfache Regel gibt: Dinge, die man wirklich liebt, sehen gut aus zusammen, auch wenn sie aus ganz unterschiedlichen Ecken kommen. Das gilt übrigens auch für Kleidung.

Braucht man Talent für das Einrichten? Oder einfach nur Mut? Man braucht Humor. 

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Autor:
Meike Winnemuth
Fotograf:
Karin Kohlberg