Maximale Transparenz Das Haus ist ein Rückzugsort

Strand und Meer gibt es doch überall auf der Welt, fand der Architekt Arthur Casas. Er schuf sich seinen Rückzugsort mitten im brasilianischen Regenwald: ein Haus, das mit maximaler Transparenz und Reduktion zur Bühne für die Natur wird.

Für Arthur Casas, seine Frau und die kleine Tochter Nina, gebaut im Jahr 2005, nach drei Jahren Suche nach dem geeigneten Grundstück. „Ich wollte einen Platz haben, um in Ruhe zu zeichnen“, sagt der Architekt. Weit weg von São Paulo, der „hässlichsten Stadt der Welt“, die ihn in der Woche in Atem hält. Er hat dort das Luxushotel Emiliano entworfen, seine Handschrift tragen diverse Restaurants, Shoppingcenter und Privathäuser der Stadt genauso wie die World Bar im Trump Tower in New York City oder der Showroom des brasilianischen Designers Alexandre Herchcovitch in Tokio. Eine Woche im Monat verbringt Casas in New York, dort hat er auch ein Büro, in dem vier Architekten arbeiten, alle Brasilianer. Wie würde er seinen Stil selbst beschreiben? Arthur Casas blinzelt kurz, dann sagt er: „Als zurückhaltend.“ Monumentales liege ihm nicht. Und fragt man, welche seiner Bauten für ihn am wichtigsten seien, zuckt er mit den Schultern und schüttelt den Kopf. „Ich blicke eigentlich nie zurück“, sagt er. Interessant seien neue Projekte, wie der Largos do Pelourinho in der Altstadt von Bahia do Salvador. Und natürlich Kunden, die ihn machen ließen, was er für richtig halte, ohne Wenn und Aber. Gibt es solche? Arthur Casas nimmt seine Hornbrille ab, lehnt sich zurück und lächelt. „Der perfekte Kunde wäre ich wohl selbst“, sagt er diplomatisch. „Wenn ich könnte, würde ich nur für mich bauen.“

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Autor:
Franz Lenze
Fotograf:
Richard Powers