Das neue Haus von Alberto Alessi Gestaltung

Ein Produkt seiner Firma findet sich heutzutage fast in jedem Haushalt. Wir haben Alberto Alessi in seinem neuen Haus am Ortasee besucht, wo er sich einen Traum erfüllt: Zusammen mit Gattin Laura baut er Wein an - die pure Leidenschaft.

 

Zentrale Gestaltung des Hauses ist die durchgehende Wohnebene mit offener Küche, einem extralangen Esstisch, der aus einem von drei auf dem Gelände gefällten Kastanienbäumen getischlert ist, und der Sofa-Kamin-Ecke, wo ebenfalls das Holz vom eigenen Grundstück verarbeitet wurde. Die Etage darüber mit den Privaträumen öffnet sich über dem Esstisch mit einer rundum laufenden Galerie, ebenfalls aus den drei Kastanien gezimmert. In den Regalen stehen rund 3000 Bücher über die Region. „Ich weiß alles über meine Heimat“, sagt Alberto Alessi und schmunzelt.

Er liest viel. Und schreibt selbst. Vor 20 Jahren hatte er einen Design-Krimi im Kopf: In einer utopischen Gesellschaft regiert eine kalifornische Design-Mafia, die die besten Designer und Hersteller aufkauft. Nur einen kriegt sie nicht, den „Allerbesten“ – einen Italiener, natürlich. Auf der Jagd nach ihm und dem „letztgültigen Design“ agiert ein skrupelloses Spionagenetz, gibt es politische Intrigen und natürlich Tote. Alberto Alessi hat den Thriller nicht vollendet: „Ich konnte mich nicht entschließen, wie er ausgehen soll.“

Stattdessen hat er 2001 „Die Traumfabrik“ veröffentlicht, die Geschichte von Alessi seit 1921, mit Geschichten um die Menschen dahinter. Über Philippe Starck, der viele Objekte für Alessi entworfen hat, schreibt er: „Er ist das lebendige Beispiel für meinen Traum – wahres Design muss bewegen, Gefühle vermitteln, erstaunen, Grenzen überschreiten.“ Und über Alessandro Mendini, der ihn seit 1977 begleitet, berät und beeinflusst, ist zu lesen: „Er ist für mich, auf fast schon sokratische Weise, der Meister der Praktik.“

 

Autor:
Barbara Friedrich
Fotograf:
Giovanni Castell