Anwesen von Bildhauer Xavier Corberó Corberós Anwesen heute

Chinesisches Bett im Landhaus in Spanien

Das chinesische Bett ist ein Fund aus New York.

 

Wer sich heute dem Anwesen nähert, sieht erst einmal nichts Ungewöhnliches: eine schwere Holztür in einer abweisenden Mauer. Dahinter freilich beginnt ein Auf und Ab von rohen Holztreppen. Hallengroße Garagen und Ausstellungsbereiche wechseln sich mit intimen, verwinkelten Räumen ab. Obwohl Corberó beim Umbau vor allem mit Beton und Glas gearbeitet hat, mutet das Ergebnis unmodern an, da so gut wie jede Wand durch mediterrane Rundbögen unterteilt ist, mal schmal und hoch wie in gotischen Kirchen, mal breit und gedrungen wie die Gänge der Höhlen aus römischer Zeit, auf denen das ganze Areal ruht. Jugendstilmöbel, schwedisches Biedermeier, chinesische Betten und hin und wieder ein Stahlrohrklassiker von Le Corbusier. Manche Räume wirken wie ein Museum, andere wie ein Lager, das Monate niemand betreten hat.

Die Künstler von damals sind längst woanders oder gestorben. Doch noch immer hat Xavier Corberó täglich Besuch zum Lunch. Wie vor 40 Jahren trifft man sich in einer kleinen Küche, deren Wandkacheln er einst aus dem Ausschusscontainer einer Keramikfabrik klaubte, im Hintergrund flucht ein Papagei vor sich hin. Der Hausherr öffnet eine Flasche Champagner und serviert zu zartem Lamm gut gelaunt die obszönsten Witze. Das Feine und das Grobe – nur Kleingeister machen da einen Unterschied.

Autor:
Andreas Schäfer
Fotograf:
Costas Picadas, GAP Interiors