Naturnahes, modernes Design bei Seattle Naturnahe Architektur im hochmodernen Stil

Nach Jahren in Seattle zog es John Hornall in seine Heimat zurück. Im kalifornischen Sonoma County, bekannt für seine wilden Wälder, seine Weine und die Apfelblütenfeste, fanden der Grafikdesigner und seine Frau Loreta das ideale Grundstück – und bauten darauf ein ganz modernes Holzhaus. Malerisch in die Landschaft gebettet liegt das lang gestreckte Holzhaus der Hornalls. Im Hintergrund sieht man das Ateliergebäude. Einen Garten gibt es nicht, nur Natur und Wald pur.
Naturnahe Architektur im hochmodernen Stil

Den sehr langen Wohnriegel teilen bei Bedarf mobile Wände in Schlafzimmer, Arbeitsnische, Bad und Wohnraum mit Essplatz und Kücheninsel. Schiebt man sie zurück, wird aus der Raumfolge mit den nahtlos verlegten Dielen aus heimischem Eisenholz eine einzige große Halle. Die Offenheit des Grundrisses und die breiten Glasflächen täuschen Größe vor. Tatsächlich hat der Bau nur eine Gesamtwohnfläche von 157 Quadratmetern. „John und mich verbindet die Leidenschaft für das Visuelle“, sagt Eric Haesloop über seinen Bauherrn.

„Wir haben tagelang über naturnahe Architektur gesprochen.“ Auf Solarzellen auf dem Dach haben die Bewohner jedoch verzichtet, weil die umstehenden Bäume zu viel Schatten werfen. Dafür sparen sie sich aber die Klimaanlage: „passive cooling“ nennen die Kalifornier den Kühleffekt durch dichten Baumbestand. Zusätzlich sorgt eine ungewöhnliche Isolierung in den Wänden für ein angenehmes Raumklima: gepresste Pakete aus recycelten Jeans.

John Hornall öffnet die Flügeltüren des Schlafzimmers an der östlichen Schmalseite des Hauses zum Sonnendeck. Riesenfarne überwuchern einen Pfad aus rostroten Stahlplatten. Er führt zum Studio, einem eigenen Bau von 80 Quadratmetern. Auf der anderen Seite des Hauptgebäudes befindet sich ein Pool. Von einem Tannenzweig aus zwitschert ein Zedernseidenschwanz. „Ab und zu ist es mit der Stille hier vorbei. Dann singen die Beach Boys oder die Beatles aus den Bäumen“, erklärt John Hornall und lächelt. Er hat in ein paar Stämme ein Soundsystem eingebaut.

 

Autor:
Camilla Péus
Fotograf:
Patricia Parinejad