Eine Frage des Respekts 400qm Wohnfläche

Vor 22 Jahren kaufte der holländische Design-Unternehmer Wim van Ast nahe Winterswijk ein Gehöft von 1790. Er renovierte es sorgfältig – und lernte es mit der Zeit immer besser kennen. So gut, dass er seine Eingriffe von einst nun noch einmal korrigierte, um der alten Hülle ihre Atmosphäre zurückzugeben.

Es muss das Paradies gewesen sein für die zwei Töchter und den Sohn. Jetzt sind sie aus dem Haus, und die Eltern leben allein auf 400 Quadratmetern Wohnfläche. „Das ist doch herrlich“, sagt Wim van Ast, „ein wirklicher Luxus.“ Auch, weil man so der Gefahr entgehe, plötzlich zu nah aufeinanderzuhocken. Seine Frau arbeitet als Therapeutin und hat ihre Praxis im Backhäuschen, er selbst hat 2009 die Führung von Arco an seinen Sohn Jorre, der bei Ron Arad in London Design studierte, übergeben – nach 42 Jahren im Unternehmen, das sein Großvater gründete. Wim van Ast hat aus der Firma für rustikale Holzmöbel eine Designmarke gemacht. „Mit viel Glück und nicht behindert durch Kenntnis und Erfahrung“, wie er in der ihm eigenen Nüchternheit über dieses Wagnis sagt. Er arbeitete mit zeitgenössischen Gestaltern, um dem handwerklichen Können bei Arco schlichtere, aber umso elegantere Formen zu geben. Heute steht die Marke für reduzierte, perfekt verarbeitete Möbel, denen man ansieht, mit welchem Gespür für Material und Details sie gemacht sind. Es ist das gleiche Gespür, mit dem Wim van Ast zu Hause eigene Möbel mit Klassikern der Eames oder einer Ingo-Maurer-Leuchte kombiniert – und mit dem er sich vor drei Jahren noch einmal an den Rückbau des Umbaus machte.

Autor:
Gabriele Thiels
Fotograf:
Dennis Brandsma, Eigen Huis & Interieur