New York Erinnerungen

In einer New Yorker Fabriketage entdeckte die Architektin Diane Lewis das Raumgefühl italienischer Renaissance-Paläste. Sie baute es für zwei renommierte Baukunst-Experten aus - mit minimalistischen, variablen Einbauten, die eine maximale Offenheit bieten.

Schlaf- und Badezimmer

Offener Privatbereich Auch Schlafraum und Bad sind Teil des Ganzen und werden nur selten vom Rest des Lofts isoliert. Der rotierende Spiegel ist ein zartes Echo der monumentalen Drehtüren. Er bietet auch Einblick in die Duschkabine dahinter.

Hinweise auf die ursprüngliche Funktion des Lofts sollten erhalten bleiben. „Der Fußboden ist ein lückenloses Dokument aus der industriellen Vergangenheit des Raumes“, findet Diane Lewis. „Man sollte immer auf das reagieren, was man antrifft, ob es sich um einen Baum auf einem Grundstück oder um Trümmer handelt, wie die Überreste der alten Kirche, aus denen Le Corbusier die Wände der Kapelle in Ronchamp baute.“ So waren ihr die Rechtecke aus Zement, die vor hundert Jahren als Fundamente für Druckmaschinen dienten, als archäologische Fundstücke ebenso willkommen wie die tektonischen Risse und alten Narben in den malträtierten Kieferplanken oder die verzierte Decke aus gepressten Zinkplatten. „Wir haben kein Interesse an Perfektion – wir suchen nach Freiheit“, kommentiert Mark Wigley.

Zur Freiheit gehört auch die Flexibilität der Wohnung, die so gut wie keine Türen kennt, dafür aber Schlafzimmer, Bad und Küche mit rotierenden Paneelen vom Rest des Raumes trennen kann: Die vier Meter hohen Platten aus massivem Holz lassen sich in endlosen Konfigurationen öffnen und schließen, sodass immer andere Ein- und Ausblicke entstehen – ganz so wie bei einer kinetischen Skulptur.

Autor:
Claudia Steinberg
Fotograf:
Karin Kohlberg