Das Schloss des Porzellanbarons Philip Rosenthal Philip Rosenthal

Philip Rosenthal war Vorzeigeunternehmer, Sozialdemokrat, Abenteurer und Lebemann. Sein Wohnsitz, Schloss Erkersreuth bei Selb, wurde dank seiner Ideen zum schillernden Gesamtkunstwerk - und zu einem privaten Museum des legendären Porzellanbarons.

Philip Rosenthal pflegte Marotten und Passionen. Über den Ausnahmemenschen und -unternehmer, der in Oxford studiert und als Legionär gedient hat, ist – um Karl Valentin zu zitieren – „schon alles gesagt, bloß nicht von jedem“. Er selbst hat keine Memoiren hinterlassen, die begonnene Autobiografie war ihm nicht gut genug. Beate Reichel könnte sie schreiben, aber sie respektiert auch posthum seinen Unwillen. Die Geschichte dieser schillernden Persönlichkeit würde eh nicht zwischen zwei Buchdeckel passen.

Über ihn nachzulesen gibt es dennoch einiges: Philip Rosenthal scheute die Presse nicht, und in seinem Aphorismenbändchen „Witze & Gedankenblitze“ erfährt man ebenso viel über seinen Charakter wie in dem 1944 verfassten, erst 1980 veröffentlichten Manuskript „Einmal Legionär“. Darin schreibt der Sohn reicher Eltern, die wegen der jüdischen Abstammung seines Vaters von den Nazis aus der Firma gedrängt worden waren, über die Zeit bei der Fremdenlegion. Gegen Hitler kämpfen wollte er – und verlor nur Schlachten gegen die Dumpfheit und Läuse. Aber er lernte, wie er stets betonte, fürs Leben.

Autor:
Barbara Friedrich
Fotograf:
Giovanni Castell