Restaurierung Die Gartengestaltung und das Landarbeiterhäuschen

Könnte dieses Haus sprechen, es würde uns fragen: Was ist hier alt, was neu gebaut? Ein Landschaftsgärtner und ein Inneneinrichter machten aus einem verfallenen Bauernhof im Süden der Niederlande ein Anwesen, das die Tradition bewahrt und die Moderne zulässt: mit puristischen Formen, gedeckten Farben und der sinnlichen Qualität von Naturmaterialien. Holz und Backstein, Kalk, Schiefer und Leinen haben hier ihren Auftritt.

Ein kleiner Salon

Ein kleiner Salon entstand im einstigen Wohnteil der Landarbeiter, der sogar noch die ursprüngliche, niedrige Decke hat. Doch ihre Balken sind nicht original, sondern aus einem Laden für antike Baumaterialien.

Unterdessen legte Sander de Weijer den Garten an. Er pflanzte zur Straße hin Birn- und Apfelbäume. Hinter dem Haus schuf er Geometrien mit Buchenhecken, Reihen von Linden-, Feigen- und Buchsbäumen. Fünf Maulbeerbäume lockern die Strenge punktuell auf. Anders als beim Bauen ließen sich die Bauherren im Garten nicht so viel Zeit: Manche der Bäume waren bereits hoch gewachsen, 40 bis 50 Jahre alt, als Sander de Weijer sie pflanzte. „Ich wollte nicht warten, bis junge Bäume eine stattliche Krone haben. Dafür bin ich einfach zu alt“, sagt der Mittvierziger ernst. Ein Freund, der Mailänder Innenarchitekt Paolo Badesco, gab wichtige Anstöße: Das 30 Quadratmeter kleine Landarbeiterhäuschen wurde restauriert. Die alten Backsteinziegel ließen die Bauherren säubern und neu verfugen sowie das Ziegeldach erneuern. Der Backsteinkamin blieb erhalten, antike Deckenbalken aus Eiche wurden eingezogen: Platz für einen kleinen Salon und ein Arbeitszimmer.

Autor:
Eva Müller-May
Fotograf:
Christoph Theurer