Japanisches Haus mitten in New York Die Einzelheiten

In sein New Yorker Loft setzte der Tischler und buddhistische Soto-Priester Paul Discoe ein traditionelles japanisches Haus. Das Holz für den Einbau stammt von Kranken und entwurzelten Bäumen, dem er durch diese Veredelung seine Aura zurückgab.
Die Einzelheiten

In der ganzen Zeit, die Paul Discoe zur Austüftelung aller Einzelheiten brauchte, blieb das Refugium fast leer. Die notorisch komplizierten New Yorker Baubürokraten verstanden den Grundriss falsch. Sie lasen die Shoji-Schiebetüren, welche die vier ineinanderfließenden Räume im Bedarfsfall trennen, als Backsteinmauern – und bestanden auf verstärkten Fußböden. Doch die einzigen gewichtigen Stücke sind fünf blaue Basaltsteine aus dem Uba River in der Sierra Nevada, die der Zen-Gartenmeister ShigeruNamba wegen ihrer beruhigenden Aura für den Steingarten im Zentrum des Lofts auswählte und platzierte.

„Sie um einen Zentimeter zu verrücken wäre so, als würde man die Nase eines Porträts von Picasso verändern“, sagt Discoe. Die ersten Möbel baute er nach dem Zen-Gebot, sich mit dem Vorhandenen zu begnügen, aus den Speditionskisten, in denen die Küchengeräte geliefert wurden. Tische und Stühle zimmerte er im Stil eines „japanischen Konstruktivismus“ mit geraden Linien und breiten Füßen, die das Tatami- Gewebe nicht verletzen. „Eine so japanische Wohnung“, sagt er, „würde heute in Japan wohl niemand mehr bauen.“

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Autor:
Claudia Steinberg
Fotograf:
Bärbel Miebach