Art Nouveau Henry van de Velde

Henry van de Velde 1904

Henry van de Velde

geboren am 3. April 1863 in Antwerpen, Belgien

Tätigkeitsbereiche

Industriedesign, Architektur, Kunst

Kurzbiografie

Zuerst begann van de Velde eine Karriere als Maler und lernte 1881 bis 1884 an der Académie des Beaux-Arts Malerei in Antwerpen bei Charles Verlat und 1884 bis 1885 in Paris bei Carolus-Duran. 1887 schließt er sich in Brüssel der neoimpressionistischen Künstlergruppe "Les XX" an (ein Mitglied war auch Vincent van Gogh) und stellt mit diesen aus.

1893/1894 hatte er eine künstlerische Sinnkrise und brach seine Laufbahn als Maler ab um sich der Architektur und angewandten Kunst zuzuwenden. Er fing an, Möbel und Einrichtungsgegenstände zu gestalten. Aus der 1903 von Henry van de Velde mitbegründeten Kunstgewerbeschule in Weimar sollte später das weltberühmte Bauhaus entstehen.

Unter den Nationalsozialisten musste er das Land verlassen und nahm eine Professur für Architektur in Belgien an, um später in die Schweiz auszuwandern. Dort starb er 1957 in Zürich. Van de Velde gilt allgemein als der Begründer der Art Nouveau in Belgien.

Bauhaus-Universität Weimar

Bauhaus-Universität Weimar

Bekannteste Werke (Auswahl)

Design

  • 1903-1904 Service aus Meißner Porzellan mit Siberbesteck
  • 1936 Logo der belgischen Eisenbahn NMBS (Nationale Maatschappij der Belgische Spoorwegen)

Architektur

  • 1895 Bloemenwerf (eigenes Wohnhaus in Uccle bei Brüssel, Belgien)
  • 1900–1902 Innenausbau für das Museum Folkwang in Hagen
  • 1902–1903, 1911 Villa Esche (Wohnhaus für den Fabrikanten Herbert Esche in Chemnitz)
  • 1903 Nietzsche-Archiv in Weimar
  • 1904 Sommerhaus für Emil Possehl an der Strandpromenade in Travemünde (Reste der Einrichtung stehen heute im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg)
  • 1906 1907 Clubhaus des Chemnitzer Rasen-Tennis-Club in Chemnitz (abgebrochen)
  • 1906 -1909 Kunstgewerbeschule in Weimar
  • 1907–1908 Hohenhof (Wohnhaus für Karl Ernst Osthaus in Hagen)
  • 1907–1908 Haus Hohe Pappeln (eigenes Wohnhaus in Weimar)
  • 1908-1909 Schloss Lauterbach (Neukirchen) (Umgestaltung der herrschaftlichen Räume des Schlosses für Arnold Esche)
  • 1910 Villa Springmann in Hagen
  • 1909–1911 Ernst-Abbe-Denkmal in Jena (mit Werken der Bildhauer Max Klinger und Constantin Meunier)
  • 1912–1913 Palais des Grafen Dürckheim in Weimar
  • 1913–1914 Werkbund-Theater in der Kölner Werkbundausstellung
  • 1913–1914 Haus Schulenburg (Wohnhaus für den Fabrikanten Paul Schulenburg in Gera)
  • 1913–1914 Wohnhaus für den Fabrikanten Dr. Theo Koerner in Chemnitz
  • 1929–1931 Altersheim der Minna-James-Heineman-Stiftung in Hannover
  • 1932-1936 Bücherturm (Universitätsbibliothek) und Institut für Archäologie der Universität Gent (Belgien)
  • 1936-1942 Technische Hochschule Löwen (Belgien), heute Stadtbibliothek Tweebronnen
  • 1937 Belgischer Pavillon auf der Pariser Weltausstellung

Hauptgebäude Bauhaus-Universität Weimar

Hauptgebäude Bauhaus-Universität Weimar

Ausbildung/Studium

  • 1881-1884 studierte Henry van de Velde an der Académie des Beaux-Arts Malerei in Antwerpen bei Charles Verlat.
  • 1884-1985 lernte er in Paris bei Carolus-Duran.
  • 1887 schließt er sich in Brüssel der neoimpressionistischen Künstlergruppe "Les XX" an und stellt mit diesen aus. Auch Vincent van Gogh war ein Mitglied dieser Gruppe und beeinflusste van de Velde in seiner Arbeit.
  • 1893/1894 hatte er eine künstlerische Sinnkrise und brach seine Laufbahn als Maler ab um sich der Architektur und angewandten Kunst zuzuwenden. Er setzte sich nun intensiv mit der britischen Arts-and-Crafts-Bewegung auseinander und fängt an, Möbel und Einrichtungsgegenstände zu gestalten.
  • 1895 entwirft Henry van de Velde vier Musterzimmer für Samuel Bings Galerie "Maison de l'Art Nouveau" in Paris.
  • 1897-1898 gründet er in Brüssel und Berlin Firmen für Herstellung und Vertrieb der von ihm entworfenen Möbel und Objekte.
  • 1899 gestaltet er die Fassade sowie die Innenräume des Geschäfts "La Maison Moderne" des Kunsthändlers Julius Meier-Graefe.
  • 1899 erscheint ein französischer und ein deutscher Möbelkatalog.
  • 1900 zieht Henry van de Velde nach Berlin, ab 1902 lebt er in Weimar.
  • 1903 Kurz nach der Jahrhundertwende wurde van de Velde Gründer der Großherzoglich Sächsischen Kunstgewerbeschule Weimar. Die Planungs- und Bauzeit der von ihm im Jugendstil erstellten Gebäude dauerte von 1904 bis 1911.
  • Er war Mitglied im 1907 gegründeten Deutschen Werkbund, einer Vereinigung von Künstlern, Architekten, Unternehmern und Sachverständigen.
  • 1908-1909 gestaltete er den Innenraum von Schloss Lauterbach ebenfalls im Jugendstil um.
  • 1915 wurde die Kunstgewerbeschule  geschlossen, van de Velde verließ 1917 Deutschland. Er sah sich starkem politischem Druck, insbesondere ausländerfeindlichen Anfeindungen, ausgesetzt. Die Kunstgewerbeschule wurde später Keimzelle der Bauhaus-Architektur.
  • 1925 erhielt er eine Professur für Architektur an der Universität Gent und wurde ein Jahr später Direktor des neu gegründeten Institut Supérieur des Arts Décoratifs (ISAD) in Brüssel.
  • 1936 emeritierte er, beteiligte sich aber noch an den zwei Weltausstellungen in Paris 1937 und in New York 1939. Wegen seiner Tätigkeit als Conseiller esthétique de la reconstruction unter deutscher Besatzung wurde van de Velde nach dem Zweiten Weltkrieg in Belgien angefeindet.
  • 1947 zog er sich in die Schweiz zurück.
  • Am 25. Oktober 1957 starb er in Zürich.

Link

www.henryvandevelde.de