Nominiert für den A&W Architekten des Jahres 2015 Schneider und Schumacher

Ein Hochhaus, eine Kirche, ein Museum – hält man bedeutende Projekte von Till Schneider und Michael Schumacher nebeneinander, sind zunächst wenig Gemeinsamkeiten zu erkennen. Außer vielleicht die jeweils besondere Lösung der Aufgabe. Doch gerade das, nämlich eine Lösung für ein Problem zu finden, erscheint den Frankfurter Architekten zu wenig. „Wir wollen Dinge entwickeln, die eine gewisse Poesie haben.“ Das vielleicht schönste Beispiel für diese Herangehensweise ist die Erweiterung des Städel Museums in Frankfurt. 3000 Quadratmeter sollten auf der Rückseite des Altbaus gewonnen werden, in die Erde versenkt, um den Garten zu erhalten. Die Herausforderung bestand nicht nur darin, Licht in das Tiefgeschoss zu bringen, sondern für das unsichtbare Gebäude „eine präsente und spektakuläre Form zu entwickeln“. Es wurde ein aufgewölbter Hügel mit 195 runden Öffnungen, ein emblematisches Bild mit funktionalem Nutzen. Ein starkes Zeichen ist auch die Autobahnkirche an der A45 im Siegerland (A&W 6/13). Deren Silhouette mit ihren Spitzen nimmt Anleihen beim Piktogramm für „Autobahnkirche“ und verwandelt es in eine zersplittert-expressive Form. Innen aber empfängt den Besucher wie ein Kontrastprogramm eine sanft schwingende Kuppel aus Holz. Die ist ein Meisterwerk digitaler Architektur, bestehend aus 66 vertikalen und horizontalen Holzspanten. Deren 650 Einzelteile sind über Schlitze so ineinandergesteckt, dass die Konst­ruktion sich weitgehend selbst trägt – Hightech für ein Halleluja.

Zurück zur Abstimmung "Wer wird A&W-Architekt des Jahres 2015?"