Blick ins berlin modern: So wird das Museum aussehen
Architektur
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Mit dem „berlin modern" bekommt die Hauptstadt ein neues Zuhause für Kunst

Braucht Berlin noch ein Museum? Die Stadt sagt Ja: Mit dem berlin modern schaffen Herzog & de Meuron ein neues Zuhause für Meisterwerke des 20. Jahrhunderts. Erste Einblicke gibt es schon jetzt.
Text Yvonne Dewerne
Datum24.09.2026

Das berlin modern ist das geplante neue Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts in Berlin, das vom renommierten Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfen wurde. Bevor das neue Gebäude offiziell eröffnet, macht eine spektakuläre Rohbau-Ausstellung das Projekt für Besucher*innen erstmals direkt erlebbar. Als geplantes neues Museum soll das berlin modern künftig eine städtebauliche Lücke schließen und Raum für Kunstwerke schaffen, die in Berlin bislang nicht gezeigt werden konnten.

Erste Ausstellung im Rohbau: Gordon Matta-Clark
On Site im berlin modern 

Anlässlich der Berlin Art Week fand eine Premieren-Ausstellung im Rohbau von berlin modern statt: Die Neue Nationalgalerie präsentierte im Untergeschoss des Museumsneubaus am Kulturforum fünf zentrale Arbeiten des US-amerikanischen Künstlers Gordon Matta-Clark (1943–1978). Der für seine Eingriffe in die Bausubstanz („Building Cuts“) bekannte Architekt und Konzeptkünstler nutzte Architektur als Medium für soziale und urbane Fragen. Gezeigt werden Arbeiten seiner prägendsten Schaffensphase aus den 1970er-Jahren. Der Rohbau des neuen Museums von Herzog & de Meuron bildet die Kulisse für diese Präsentation. Matta-Clarks Ansatz dient zugleich als Inspiration für den im Untergeschoss von berlin modern geplanten Bereich für soziale Praxis. Besucher*innen erleben die Werke direkt auf der Baustelle und werden so Teil einer außergewöhnlichen räumlichen Situation.

So soll das neue Gebäude des berlin modern aussehen

Die Architektur des Schweizer Büros Herzog & de Meuron verleiht dem geplanten Museumsneubau berlin modern eine transparente und offen zugängliche Gestalt, die sich auf einer Gesamtnutzfläche von rund 16.000 Quadratmetern erstreckt. Das Gebäude ist als eine weitgespannte, giebeldachartige Struktur mit einer maximalen Höhe von etwa 27 Metern konzipiert und erinnert visuell an eine moderne, großmaßstäbliche Markthalle. Zentrales architektonisches Element im Erdgeschoss ist ein gekreuzter, öffentlich begehbarer Boulevard, der als überdachter Passagenraum fungiert und das Museum direkt mit den umliegenden Stadtplätzen, der Neuen Nationalgalerie sowie der Berliner Philharmonie verbindet. 
Allein für die Präsentation von Kunstwerken stehen künftig rund 9.000 Quadratmeter reine Ausstellungsfläche zur Verfügung. Das Raumkonzept verzichtet im Hauptgeschoss auf störende Zwischenstützen, sodass gigantische, flexibel unterteilbare Hallen für großformatige Installationen, Malerei und Skulpturen entstehen. Riesige Glasfronten an den Stirnseiten lassen natürliches Tageslicht tief in das Gebäudeinnere einfallen und schaffen fließende Übergänge zwischen Außen- und Innenraum.
Auch in ökologischer Hinsicht setzt der Entwurf klare Maßstäbe: Auf dem weitläufigen Satteldach wird eine großflächige Photovoltaikanlage installiert, die einen Großteil des Eigenbedarfs an Energie deckt. Der wertvolle alte Baumbestand auf dem Grundstück – darunter eine prägende, historische Platane – wird vollständig in den Baukörper integriert und durch schützende, begrünte Innenhöfe gerahmt. Die Gesamtkosten für das von Bund und Land finanzierte Großprojekt belaufen sich auf rund 507 Millionen Euro, bei einer geplanten Fertigstellung im Jahr 2030.

Wer das berlin modern finanziert und wie die Sammlungen aufgeteilt werden

Hinter dem Bauprojekt berlin modern steht eine partnerschaftliche Finanzierung durch den Bund und das Land Berlin, wobei die Baukosten aus dem Bundeshaushalt getragen werden. In dem neuen Gebäude werden künftig nicht nur die umfangreichen Bestände der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin zusammengeführt, sondern auch bedeutende Privatsammlungen wie die Sammlungen Pietzsch, Marx und Marzona eine dauerhafte Heimat finden. Um den späteren Museumsbetrieb optimal vorzubereiten, werden die Sammlungsbestände schon während der Bauphase digital aufbereitet und für innovative Ausstellungsvermittlungen konzipiert. Durch die enge Anbindung an die Kunstbibliothek und das Kupferstichkabinett entsteht am Standort zudem ein zentraler Forschungs- und Archivcampus für die Kunst des 20. Jahrhunderts.

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