
Hamburg im Wandel: 6 Highlights beim 11. Hamburger Architektursommer
Über das gesamte Stadtgebiet verteilt zeigen Architekten, Künstler und Initiativen, wie die Hansestadt von morgen aussehen könnte – und wie schützenswert ihre Vergangenheit ist. Damit Sie im dichten Programm nicht den Überblick verlieren, haben wir für Sie eine exklusive Route quer durch die Stadt zusammengestellt.
Der Info-Pavillon: Das gebaute Experiment am Strandkai

Ihre Entdeckungstour startet am besten genau hier. Der temporäre Pavillon entworfen vom Studio Frugal Bauen ist nicht nur die zentrale Anlaufstelle des Festivals, sondern selbst ein faszinierendes Anschauungsobjekt. Die Konstruktion besteht aus kreislauffähigen Holzrahmen, die ganz ohne versteckte Klebstoffe nur mit Eichendübeln verbunden sind. Ein echter Hingucker ist die Fassade aus Birkenrinde – ein traditionsreicher, fast vergessener Baustoff, der hier eine moderne Renaissance feiert. Ein toller Ort, um bei Kaltgetränken über Ressourcenschonung ins Gespräch zu kommen.
Wo: Strandkai, HafenCity
Eintritt: kostenfrei
Rauf aufs Wasser! Neue Perspektiven für die Stadt

Das Hamburg eine Stadt am Wasser ist, ist durchaus bekannt. Aber werden diese Fächen richtig genutzt? Das Architekturbüro Störmer Murphy and Partners hat direkt an der Alsterkante eine begehbare Installation errichtet. Durch ein cleveres System aus Horizontalspiegeln wird der Blick auf das Wasser und die gegenüberliegende Uferbebauung völlig neu gerahmt und reflektiert. Die bebilderte Rückseite liefert dazu spannende Impulse, wie wir Kanäle, Flüsse und die Alster in Zukunft urban beleben können.
Wo: Alsterwiese Schwanenwik, Uhlenhorst
Eintritt: kostenfrei (durchgehend begehbar)
Bewahrt im Verborgenen: Der Neue Israelitische Tempel

Ein echter Gänsehaut-Ort mitten in der Neustadt. Im Hinterhof der Poolstraße verbergen sich die Ruinen des 1817 erbauten und 1943 zerstörten Neuen Israelitischen Tempels – ein unschätzbares Zeugnis liberal-jüdischer Religionsgeschichte. Aktuell finden dort wichtige archäologische und bauhistorische Untersuchungen statt. Die begleitende Ausstellung macht die verborgenen historischen Schichten sichtbar und verwandelt den verwunschenen Hof in einen tiefgründigen Erinnerungsort.
Wo: Innenhof der Poolstraße 11–14, Neustadt
Eintritt: kostenfrei (Achtung: Ausschließlich mittwochs von 17:00 bis 19:00 Uhr geöffnet!)
Tools for Better Cities by KSP Engel

Wer tief in die handwerkliche und gedankliche Praxis internationaler Spitzenarchitektur eintauchen will, ist in der Barlach Halle K richtig. Das renommierte Büro KSP Engel zeigt in dieser Werkschau, wie aus harten Analysen, struktureller Klarheit und dem Fokus auf Nachhaltigkeit am Ende zeitlose Gebäude entstehen. Eine tolle Ausstellung für alle, die verstehen wollen, mit welchen "Werkzeugen" Planer heute die Resilienz und Flexibilität moderner Großstädte sichern.
Wo: Barlach Halle K, Klosterwall 13, Altstadt
Eintritt: kostenfrei
Hamburg von oben – Ein historischer Rundflug (1954–1969)

Ab über die Elbe nach Harburg! Das Stadtmuseum Harburg zeigt eine faszinierende Fotoausstellung des Fotografen Günther Krüger. Dieser flog zwischen 1954 und 1969 im offenen Hubschrauber über die Hansestadt, um den rasanten Wiederaufbau und den Bauboom des Wirtschaftswunders aus der Vogelperspektive zu dokumentieren. Eine visuelle Zeitreise, bei der man staunend nachvollziehen kann, wie aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs das moderne Hamburg erwuchs. (Hinweis des Veranstalters: Der Termin wurde im Kalender leicht verschoben, läuft aber verlässlich bis zum Spätsommer).
Wo: Planet Harburg, Herbert-und-Greta-Wehner-Platz, Harburg
Eintritt: kostenfrei, geöffnet: Mi, Do, Sa, So von 10:00 bis 17:00 Uhr
Das BOOT-Projekt: Kaffee, Kanus, Konzerte

Der perfekte, entspannte Ausklang für euren Architektursommer-Tag. Der BOOT e.V. zeigt im Hamburger Osten, wie gelungene Stadtteil-Aktivierung aus der Nachbarschaft heraus funktioniert. Direkt an der Bille haben die Anwohner einen lebendigen Begegnungsort geschaffen. Hier können Sie sich ein Kanu mieten, bei einem Kaffee am Steg entspannen oder am Wochenende den Live-Konzerten lauschen. Architektur bedeutet eben nicht nur Beton und Glas, sondern vor allem: Lebensraum für Menschen zu schaffen.
Wo: Osterbrookplatz 18, Hamm-Süd
Eintritt: kostenfrei (Kanuverleih/Gastronomie gegen Gebühr)
Der 11. Hamburger Architektursommer beweist eindrucksvoll, dass Architektur alle angeht. Packen Sie die Sonnenbrille ein, schnappen Sie sich das Fahrrad und entdecken Sie Hamburg aus völlig neuen Blickwinkeln!