Italienisches Design: Inspirationsquelle "Villa Aghe"

Ein zeitgenössischer italienischer Bau aus aus Glas und Beton, direkt am Wasser – und von ihm inspiriert.

 

Text von Jutta Christoph
Fotos von Mattheo Imbriani und Marcello Mariana

Der Name der "Villa Aghe" bedeutet Wasser – ein Element, das in der hügeligen Brianza zwischen Comer See im Norden und Mailand im Süden eine unverkennbare Rolle spielt. Die Villa  befindet sich in der kleinen Gemeinde Alserio am Ufer des gleichnamigen Sees. 

Der zeitgenössische Bau aus Glas und Beton ist in einer Gegend mit traditionell geprägten Wohngebäuden eine Sensation. Doch Architektin Annalisa Mauri versteht es, Ort und Morphologie – den See auf der einen, die Berge auf der anderen Seite – vielfach in ihren Entwurf mit einzubeziehen. Den Grundriss mit 750 Quadratmetern Wohnfläche auf drei Ebenen zeichnete sie in der Form eines Y. Eine Entscheidung nicht nur zugunsten von Licht und Sonne, die so zu allen Tageszeiten die Räume erhellen. Den Bewohnern bieten sich dadurch auch interessante Sichtachsen in die voralpine Landschaft Oberitaliens.

Viele Fenster sorgen für permanenten Lichteinfall

„Dieses Haus verbindet innen und außen durch eine Fülle von Korrespondenzen“, erklärt Annalisa Mauri. So besteht etwa ein großer Teil der Hausfassade aus Fensterflächen. „Da die Hauptfront nach Norden zeigt, war es wichtig, so viel Licht wie möglich in die Villa zu holen“, erklärt Annalisa Mauri.

Die tragende Struktur aus Glasflächen hat noch weitere ästhetische Aspekte: Die verschachtelten Bauvolumen werden bis in die Tiefe erhellt, gleichzeitig können die Bewohner den Blick mit nur minimalen visuellen Unterbrechungen nach draußen schweifen lassen. Auch die zahlreichen Balkone sieht die Architektin als Fortsetzung des Innenraums ins Freie. Und den Innenpool konzipierte sie perspektivisch so, dass er mit dem Außenpool zu einer einzigen Wasserfläche zu verschmelzen scheint, getrennt nur durch eine unsichtbare Glasscheibe.

„Licht ist das oberstePrinzip bei diesem Entwurf, dem die Architektur konsequent folgt.“

Annalisa Mauri

Flexform-Möbel von Christophe Pillet und Antonio Citterio

Der Wohnbereich nimmt die Hauptfläche der Villa ein, ein imposanter Kamin mit einem sieben Meter hohen Schornstein setzt einen vertikalen Kontrapunkt. Passend zum offenen Wohnstil wurde das Mobiliar gewählt, die meisten Stücke stammen aus der neuen Flexform- Kollektion, die Chefdesigner Antonio Citterio sowie erstmals der französische Designer Christophe Pillet entwarfen. 

Ihre zeitlose, übergreifende Designsprache für Innen- und Außenbereiche entspricht der Idee, dass beide Räume gleich viel Aufmerksamkeit verdienen. Hinsichtlich Form, Proportion und Komfort unterscheiden sich die Möbel kaum, für die Outdoor-Linie kommen aber wetterfeste Materialien zum Einsatz. 

So besteht die Struktur von Hocker „Tessa“ Outdoor aus Iroko-Massivholz und gewebter Polypropylenschnur anstelle von Canaletto Nussbaum und geflochtener Binsenschnur für den Innenbereich. Das Daybed „Atlante“ kombiniert ein Aluminiumgestell mit einer Rückenlehne aus Iroko-Massivholz, die wetterfeste Auflage ist mit Meltblown-Polyesterfasern gefüllt. Und dank zweier hinterer Rollen lässt sich „Atlante“ bequem vom Wellnessbereich auf die Terrasse schieben.