
Die 30 Finalisten für den Loewe Foundation Craft Prize 2026 – und eine deutsche Künstlerin ist auch dabei
Der LOEWE FOUNDATION Craft Prize 2026 ist weit mehr als ein herkömmlicher Designpreis. Er ist eine globale Bühne für das Außergewöhnliche, die 2016 von Jonathan Anderson ins Leben gerufen wurde. Auch wenn Anderson das spanische Luxushaus Loewe im Jahr 2025 verließ, um als Kreativdirektor zu Dior zu wechseln, bleibt der von ihm initiierte Preis das Herzstück der kulturellen Identität der Marke. Die Grundidee hinter dieser Auszeichnung ist die Anerkennung von KunsthandwerkerInnen, die Tradition mit einer radikal modernen Vision verknüpfen. Es geht um die Verbindung von tiefem Wissen über Materialien – sei es Keramik, Textil, Holz oder Glas – und dem Mut, diese Grenzen zu sprengen. In einer Zeit der digitalen Reproduzierbarkeit feiert dieser Preis das Haptische und die menschliche Hand, die Materie in Poesie verwandelt.
Ein Erbe der Innovation: Die Geschichte hinter dem Preis
Die Wurzeln des LOEWE FOUNDATION Craft Preises liegen in der Geschichte von Loewe selbst, das 1846 als Kollektiv von Lederhandwerkern in Madrid begann. Jonathan Anderson wollte mit der Gründung des Preises genau diesen Ursprung ehren und das Handwerk aus der Nische des rein Dekorativen in den Fokus der Hochkultur rücken. Seit der ersten Verleihung hat sich die Auszeichnung zu einem der renommiertesten Preise der internationalen Kunst- und Designszene entwickelt. Jedes Jahr bewerben sich tausende KünstlerInnen aus über 100 Ländern. Eine hochkarätige Jury filtert aus dieser Masse die 30 Finalisten und Finalistinnen heraus, deren Werke in einer jährlich wechselnden Weltmetropole ausgestellt werden.

Ikonen des Handwerks: Bekannte Gewinner und Einflüsse
In der glanzvollen Geschichte des Preises gab es GewinnerInnen, deren Werke heute weltweit in Museen stehen. 2024 überzeugte der Mexikaner Andrés Anza mit seiner monumentalen, fast organisch wirkenden Keramikskulptur. Ein weiteres Highlight war 2025 der Japaner Kunimasa Aoki, dessen filigrane Arbeit aus Terracotta eine neue Ebene der technischen Meisterschaft definierte. Die Liste der Juroren und Jurorinnen liest sich wie ein "Who’s Who" der Gestaltungswelt: Von der Stararchitektin Patricia Urquiola bis zum Pritzker-Preisträger Wang Shu bewerten die Köpfe unserer Zeit, was heute als kulturelles Erbe von morgen gelten darf.



Der Weg nach Singapur: Die Finalisten und Finalistinnen 2026
Unter der neuen kreativen Leitung von Jack McCollough und Lazaro Hernandez setzt LOEWE FOUNDATION Craft Prize nahtlos fort. Für die Edition 2026 wurden 30 FinalistInnen aus über 5.000 Einreichungen ausgewählt. Die Shortlist ist ein beeindruckendes Panorama der Materialität. Zu den Nominierten gehören unter anderem die deutsche Künstlerin Dorothea Prühl, die für ihre herausragenden Schmuckarbeiten bekannt ist, sowie Adelene Koh aus Singapur, die mit Papier und Stickereien arbeitet. Auch die skulpturalen Glasobjekte von Liam Fleming aus Australien und die monumentalen Webarbeiten von Baba Tree Master Weavers zeigen die enorme Bandbreite. Die diesjährige Ausstellung findet in der National Gallery Singapore statt.



Wer gewinnt den Loewe Foundation Craft Prize 2026?
Die Spannung in der internationalen Designwelt steigt, während die Vorbereitungen in Singapur auf Hochtouren laufen. Die Entscheidung der Jury wird am Vorabend der Ausstellungseröffnung fallen. Der Hauptgewinn ist mit 50.000 Euro dotiert, zudem werden zwei lobende Erwähnungen mit jeweils 5.000 Euro geehrt. Die offiziellen GewinnerInnen des Loewe Foundation Craft Prize 2026 werden am 12. Mai 2026 im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Singapur bekannt gegeben. Kurz darauf, ab dem 13. Mai, können Besucherinnen die Werke der FinalistInnen bis Mitte Juni in der National Gallery bewundern.
Mehr Informationen und Photos zum LOEWE FOUNDATION Craft Prize können auf der Loewe Website angesehen werden.