Im Portrait: Neri&Hu – Design- und Forschungsbüro aus Shanghai

Neri&Hu sind zum Synonym für zeitgenössisches chinesisches Design geworden. Die preisgekrönten Architekten aus Shanghai vereinen in ihren Entwürfen die Einflüsse aus unterschiedlichen Welten und Epochen.

"Wir versuchen, Brücken zu bauen zwischen den verschiedenen ästhetischen Kulturen in Ost und West, zwischen gestern und heute", sagt Lyndon Neri, der 2004 mit seiner Partnerin Rossana Hu das Studio Neri&Hu Design and Research Office in Shanghai gründete. Dafür prädestiniert ist das Duo allein schon durch seinen kulturellen Background:

Lyndon Neri wurde auf den Philippinen geboren und ging zum Studium in die USA. Rossana Hu, die in Taiwan aufwuchs, zog als Teenager mit ihren Eltern nach Kalifornien. Dort lernten sie sich als Jugendliche kennen und studierten in Berkeley Architektur, bevor sie in Harvard bzw. Princeton ihre Masterabschlüsse machten. Anschließend arbeitete das Paar im Studio des Designers und Architekten Michael Graves, der mit seinem Wasserkessel für Alessi einen Design-Klassiker geschaffen hat. Der US-Amerikaner vermittelte Neri&Hu das Selbstbewusstsein, nicht nur auf ein Metier zu setzen. So legen sie beispielsweise bei der Gestaltung eines Restaurants auch den Look der Mitarbeiterkleidung und die Musik fest. Mit ihrem Team planen die Architekten, die mittlerweile weitere Büros in London, Paris und Mailand unterhalten, nicht nur Neubauten. Auch historische Stätten reichern sie mit einem ausgeprägten Gespür für Materialien und Proportionen an, entwerfen dafür die passenden Möbel und Leuchten. Zu den festen Partnern von Neri&Hu zählen Firmen wie Artemide, Poltrona Frau und ClassiCon.

Bis zum 30. November sind Lyndon Neri und Rossana Hu mit einer Ausstellung im Aedes Architekturforum in Berlin vertreten.