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Richard Bloom
Outdoor
Sinnliche Geometrie: Wie Tom Stuart-Smith mit „Le Jardin Secret" eine grüne Oase mitten in Marrakesch erschuf
Ein verborgenes Juwel feiert Jubiläum: Seit zehn Jahren verzaubert der „Le Jardin Secret“ im Herzen von Marrakesch seine Gäste. Für Tom Stuart-Smith, der die Gärten meisterhaft neu interpretierte, bleibt dieses Projekt eines der bedeutendsten seines Büros ein Ort von „eigentümlicher Schönheit“
Marrakeschs geheimes Paradies: Der meisterhafte Garten von Tom Stuart-Smith

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Hoch-Gefühl
Vom 17 Meter hohen Turm schweift der Blick über die Medina, den zentralen Pavillon und die von Rosmarin eingefassten Zitruskarrees. Die markanten Dattelpalmen vor dem Palast des Kaids wurden mühsam per Eselskarren durch die Medina transportiert. Planer Tom Stuart-Smith betont: „Struktur und Bepflanzung des rund 4000 Quadratmeter großen Areals sind eine Hommage an die islamische Tradition“

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Ein achteckiges Becken vor dem Portikus symbolisiert das Paradies, gespeist durch ein historisches Wunderwerk: die Khettara. Dieses unterirdische Bewässerungssystem aus dem 11. Jahrhundert verbindet den Garten hydraulisch mit dem Atlasgebirge. Dass die Anlage nach Jahrhunderten im Boden fast ohne Instandsetzung lediglich nach einer Reinigung der Leitungen wieder funktionierte, unterstreicht die exzellente Handwerkskunst ihrer Erbauer

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Botanisches Welttheater
Vor der rot getünchten Eingangshalle erstreckt sich der „Exotische Garten“. Mit Yuccas, Madagaskar-Palmen, Aloe-Arten und Meerlavendel vereint er Flora aus fünf Kontinenten. „Dies ist kein Dschungel“, betont Tom Stuart-Smith. „Jede Pflanze erhält ihren Raum.“ Die bewusst niedrig gehaltene Bepflanzung garantiert, dass die architektonische Struktur des Gartens stets präsent bleibt

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Tropische Opulenz
Die Solandra maxima, bekannt als Goldkelch-Liane, erklimmt mit beeindruckender Vitalität Höhen von über zwölf Metern. Ihre monumentalen Trichterblüten wandeln sich von zartem Hellgelb zu einem tiefen Goldton, akzentuiert durch purpurfarbene Streifen. Besonders nach Sonnenuntergang entfaltet sie ihren Zauber: Ein intensiver Duft nach Kokos, reifer Banane und Vanille erfüllt die nächtliche Gartenluft

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Dialog der Texturen
Sorgfältig kuratierte Kontraste prägen das Gartenbild. Der dornige Stamm des Florettseidenbaums wird flankiert von monumentalen Kaktus-Wolfsmilch-Kandelabern. Graue Honigstrauch-Blätter setzen farbliche Akzente zu sattgrünen Euphorbien, während sich im Unterwuchs Sukkulenten und Bromelien gegen die Leichtigkeit von Gräsern und Wilder Petunie abheben. Ein Spiel mit Formen, Farben und Texturen

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Komponiertes Gemälde
Der Eingangspavillon rahmt das exotische Gartenbild ein. Sanftes Licht filtert durch die Krone des Glücksbaums auf eine stufenförmige Kulisse: Über den runden Ohren des Feigenkaktus ragen Katzenschwanzpflanzen und die samtige Elefantenohr-Kalanchoe empor. Bevor sich der Garten öffnet, besticht im Pavillon die traditionelle Tadelakt-Wandveredelung eine handgravierte Kalktechnik, die durch Olivenölseife und Steinpolitur einen tiefen Glanz entfaltet

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Florale Polster
Inspiriert von der Tradition des Bustan, des duftenden Obstgartens, prägen Zitrushaine und Rosmarinhecken den islamischen Gartenraum. Das Zarte Federgras imitiert dabei die Anmut einer Wildwiese und mischt sich mit Lavendel und den fliederfarbenen Sternen der Kaplilien zu einem silbergrünen Teppich. Inmitten der üppigen Vegetation laden zeitgenössische Bänke zum Verweilen und Beobachten ein