Architektur
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Der Siegerentwurf für die neue Hamburg Oper steht fest und so sahen die anderen Entwürfe aus

Hamburg plant ein neues Opernhaus, das nicht nur Musikfans begeistert, sondern auch als öffentlich zugänglicher Ort die HafenCity bereichern soll. Fünf internationale Architekturteams haben dafür ihre Konzepte eingereicht, die nun ausgestellt werden. Wir zeigen sie vorab.
Text Yvonne Dewerne
Datum24.11.2025

An besonderen Bauwerken, die die Skyline von Hamburg unverkennbar machen, mangelt es nicht. Elbphilharmonie, Michel und die markanten Bauten der HafenCity ziehen seit Jahren Besucherinnen und Besucher aus aller Welt an und prägen das Bild der Stadt. Nun soll Hamburg um ein weiteres architektonisches Highlight reicher werden, das nicht nur die kulturelle Bedeutung der Stadt unterstreicht, sondern auch ein neues Wahrzeichen in der Hafenlandschaft schaffen soll. Die Kühne-Stiftung schenkt der Stadt ein neues Opernhaus, dessen Vorstellung bereits für Aufsehen sorgt und das als Leuchtturmprojekt für Musik, Architektur und urbanes Leben in Hamburg gilt. Vor wenigen Tagen wurde der Siegerentwurf von BIG – Bjarke Ingels Group, Kopenhagen, präsentiert, und die Entscheidung markiert einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen Zentrum für Kultur und Begegnung. 

Hamburg Oper: So wird das neue Wahrzeichen aussehen

Der Entwurf der Bjarke Ingels Group für die neue Hamburger Oper vereint künstlerische Ambition mit städtischer Offenheit. Bjarke Ingels wurde 2013 schon zum AW Architekt des Jahres gewählt, Das rundum zugängliche Gebäude auf dem Baakenhöft wird transparente Glasfassaden und eine terrassierte Dachlandschaft mit Grünflächen und Sitzbereichen besitzen, die öffentlich nutzbar sind und einen urbanen Park hoch über der HafenCity schaffen. Die Kühne-Stiftung stellt bis zu 330 Millionen Euro bereit, die Stadt übernimmt rund 147,5 Millionen Euro für Gründung und Flutschutz, weitere 104 Millionen Euro sind für Erschließung, Uferflächen und Promenaden eingeplant. Der Siegerentwurf wurde im November 2025 vorgestellt. Die Detailplanung soll in den nächsten zwei Jahren erfolgen, der Baubeginn ist für Anfang 2030 vorgesehen, die Fertigstellung Mitte 2034. Nach der Fertigstellung wird das Opernhaus als öffentlich zugängliches Kultur- und Begegnungszentrum an die Stadt übergeben. Das Gebäude verbindet großzügige Innenbereiche mit offenen Sichtachsen zur Elbe und zum Hafen. Durch die öffentliche Dachlandschaft, die Promenaden und die städtebauliche Integration entsteht ein Ort, der Hamburg um ein modernes, weithin sichtbares kulturelles Wahrzeichen bereichert.

Diese weiteren Entwürfe renommierter Büros standen ebenfalls zur Auswahl

Neben dem Siegerentwurf von BIG wurden auch die Entwürfe von gmp International GmbH, Hamburg, mit Diller Scofidio & Renfro, New York, Prof. Jörg Friedrich | Studio PFP GmbH, Hamburg, Snøhetta, Oslo und Sou Fujimoto, Tokio/Paris präsentiert. Alle Beiträge sind noch bis Anfang 2026 im Kesselhaus der Hamburger Staatsoper ausgestellt. Sie zeigen, wie die Hamburg Oper auch anders hätte gestaltet werden können.

1. Entwurf von gmp international GmbH, Hamburg, mit Diller Scofidio & Renfro, New York

Die gmp International GmbH aus Hamburg ist ein renommiertes Architekturbüro, das unter anderem für das Olympiastadion in Berlin, den Berliner Hauptbahnhof und das Stade de Suisse in Bern bekannt ist. 2014 erhielt gmp den Preis AW Architekt des Jahres. In Zusammenarbeit mit Diller Scofidio & Renfro aus New York, bekannt für die High Line in New York und das Broad Museum in Los Angeles, verbinden sie städtebauliche Erfahrung mit künstlerischer Innovation, um die neue Hamburger Oper als modernes, städtisch integriertes Kulturgebäude zu gestalten.

2. Entwurf von Prof. Jörg Friedrich | Studio PFP GmbH, Hamburg

Prof. Jörg Friedrich | Studio PFP GmbH aus Hamburg ist ein Architekturbüro, das sich auf städtische Bauten, Kultur- und Verwaltungsgebäude spezialisiert hat. Zu den bekanntesten Projekten zählen das Museum für Hamburgische Geschichte und das Kulturzentrum Fabrik in Hamburg, die beide für ihre klare, funktionale Architektur und die sensible Einbindung in den städtischen Kontext gelobt werden. Im Wettbewerb um die neue Hamburger Oper präsentierte Studio PFP einen Entwurf, der diese Prinzipien auf das Opernhaus überträgt und auf eine harmonische Integration in die HafenCity setzt.

3. Entwurf von Sou Fujimoto Tokio/Paris

Sou Fujimoto, mit Büros in Tokio und Paris und Preisträger des AW Architekt des Jahres 2023, ist bekannt für seine leichten, filigranen Strukturen und die poetische Verschmelzung von Innen- und Außenräumen. Zu seinen bekanntesten Projekten zählen das Serpentine Pavilion 2013 in London und das Musée de la Forêt in Paris, die für ihre transparente, offene Architektur und innovativen Raumkonzepte gefeiert werden. Im Wettbewerb um die neue Hamburger Oper präsentierte Fujimoto einen Entwurf, der diese charakteristische Herangehensweise auf das Opernhaus überträgt und einen offenen, innovativen Raum für Kultur und Begegnung in der HafenCity vorsieht.

Die Entwürfe für das neue Opernhaus in Hamburg sind vom 14. bis 30. November 2025 im Kesselhaus (Am Sandtorkai 30, 20457 Hamburg, HafenCity) ausgestellt. Interessierte Besuchende  können dort alle fünf Architekturkonzepte sehen, die im Wettbewerb eingereicht wurden.

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