ZAHA HADID

geboren 1950 in Bagdad (Irak)

lebt und arbeitet in London

Tätigkeitsbereich

Architektur

Kurzbiografie

Schon ihr Vater, Muhammad Hadid, hatte an der London School of Economics studiert (wurde später Mitbegründer der demokratischen Partei im Irak) und war westlichen Ideen und Gepflogenheiten gegenüber nicht abgeneigt. Das Wohnhaus der Familie Hadid in Bagdad war eines der ersten, welches im Bauhaus-Stil errichtet wurde. Obwohl Zaha Hadid zuerst Mathematik in Beirut (Libanon) studierte, wechselte sie 1972 an die Architectural Association School (AA) in London. Dort lernte sie von Rem Kohlhaas, in dessen Büro sie nach dem Studium arbeitete. 

1983 erregte sie mit dem – ungebauten – Freizeitpark The Peak Leisure Club an einem Berghang in Hongkong erstmals für internationales Aufsehen und erhielt dafür eine Auszeichnung. 1988 war sie mit diesem Entwurf auch an der einflussreichen Deconstructivist Architecture-Ausstellung des New Yorker MoMA vertreten und galt anfänglich als eine theoretische Vordenkerin des Dekonstruktivismus. Für die meisten Auftraggeber waren ihre Entwürfe allerdings zu kühn, so dass erst 1993 mit dem Feuerwehrhaus in Weil am Rhein ihr erstes Gebäude gebaut wurde. 

Heute gehört sie zu den berühmtesten Architekten der Moderne wie ihre Meisterwerke beweisen (z.B. das MAXXI-Museum in Rom, das BMW Zentralgebäude in Leipzig und das Phaeno Science Center in Wolfsburg). Sie war auch die erste Frau, die 2004 den so genannten Nobelpreis der Architektur (den Pritzker-Preis) erhielt.

Ausbildung/Werdegang

Bis 1971 studierte sie Mathematik an der American University of Beirut.

Ab 1972 studierte sie Architektur bei Rem Kohlhaas an der Architectural Association School (AA) in London und bekam ihr Diplom 1977.

1977 nahm sie das Angebot an, Mitarbeiterin in Koolhaas’ Office for Metropolitan Architecture (OMA) zu werden und lehrte nun selbst auch an der AA mit ihren OMA-Partnern Rem Koolhaas und Elia Zenghelis.

London wurde zu ihrer Wahlheimat. Dort eröffnete sie 1980 ihr eigenes Architekturbüro, der deutsche Architekt und Architekturprofessor Patrik Schumacher ist seit 1988 ihr Geschäftspartner.

Gastprofessuren hatte Sie an der Harvard University Graduate School of Design (Kenzo Tange Chair), an der University of Illinois, School of Architecture, Chicago (Sullivan Chair), an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, der Knolton School of Architecture, Ohio, dem Masters Studio der Columbia University, New York inne und sie war Eero Saarinen Gastprofessorin für Architectural Design an der Yale University, New Haven, Connecticut. Derzeit ist sie Professorin an der Universität für angewandte Kunst in Wien, Österreich.

Sie lebt und arbeitet in London.

Bekannteste Werke (Auswahl)

  • 1993 Feuerwache für das Vitra-Werk in Weil am Rhein
  • 19871994 Geschäftshaus mit Wohnhochhaus und Wohnhof zur IBA in Berlin-Kreuzberg, Stresemannstraße 109
  • 1999 LF one: landscape formation one, Pavillon für die Landesgartenschau in Weil am Rhein
  • 2001 Straßenbahn-Endhaltestelle Hoenheim-Nord und Park+Ride-Platz, Straßburg
  • 2003 Bergiselschanze in Innsbruck, Österreich
  • 2003 Rosenthal Center for Contemporary Arts in Cincinnati, USA
  • 2003 Bühnenbild für Beat Furrers Oper "Begehren" in Graz, Österreich
  • 2004 Zentralgebäude im BMW Werk Leipzig, Deutschland
  • 2005 Erweiterungsbau für das Ordrupgaard Museum in Charlottenlund, Dänemark
  • 2005 phæno - ein Wissenschaftsmuseum in Wolfsburg, Deutschland
  • 2008 Hungerburgbahn / Nordkettenbahn in Innsbruck, Österreich
  • 2008 Neubau der Universitätsbibliothek in Sevilla, Spanien
  • 2008 Brückenpavillon für die Expo in Saragossa, Spanien
  • 2009 JS Bach Chamber Music Hall in Manchester, England
  • 2010 Guangzhou Opera House, in Guangzhou, China
  • 2010 Kunstmuseum MAXXI (Museo nazionale delle arti del XXI secolo) in Rom, Italien

Aktuelle Projekte (Auswahl)

  • 2006-2010 Hochhaus "Tour CMA CGM", Sitz der französischen Reederei CMA CGM in Marseilles, Frankreich
  • 2012 Lilium Tower, Warschau
  • 2013 Bibliothek der neuen Wirtschaftsuniversität (WU), Wien
  • 2013 Aquatics Centre London
  • 2009 Antwerpen Port Authority Hauptsitz, Belgien
  • 2009 -2013 Dorobanti Tower, Bukarest, Rümänien
  • 2010 King Abdullah II House of Culture & Art Building, Jordanien
Architekt

Auszeichnungen

  • 1994 Erich-Schelling-Architekturpreis
  • 2002 Commander of the British Empire (C.B.E.)
  • 2002 Österreichischer Staatspreis für Architektur (für die Bergiselschanze)
  • 2002 Honorary Member of the American Academy of Arts and Letters
  • 2002 Fellow of the American Institute of Architecture
  • 2003 Mies van der Rohe Award for European Architecture (für die Straßenbahn-Endhaltestelle und den Parkplatz in Hoenheim bei Straßburg, Frankreich)
  • 2004 Pritzker-Preis
  • 2005 Österreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst
  • 2005 Deutscher Architekturpreis (für das Zentralgebäude des BMW-Werkes in Leipzig)
  • 2009 Praemium Imperiale
  • 2010 Stirling-Preis (für das MAXXI in Rom)
Architekt